Rasen im Beet

Bodenbearbeitung, Kompostierung, Düngung

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Mia
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Re: Rasen im Beet

Beitrag von Mia » So Apr 22, 2018 22:29

Ja, Melasse ist ein guter Nährboden! Nicht unbedingt als Dünger, aber als Futtermittel für die kompostierenden Lebewesen.

Und nein , Dominik, :smile:
Du musst den Rasensoden nicht zu einer Mauer schichten. Vielleicht hat Yggdrasil das so gemacht, aber ein simpler Hügel reicht völlig aus. In der Regel ist der Kompost darunter auch schon im nächsten Jahr reif. Zumindest so reif, dass Du ihn als Oberflächenkompost verwenden kannst.

Ja, gekauften Schnellkomposter kannst Du nehmen oder es auch lassen.
In der Regel besteht auch er aus einer Düngermischung aus Stickstoff ( N) , Kali ( K) und Phosphor (P). Hinzu kommt Zucker oder Melasse (!) ,welche die winzigen Tierchen im Kompost zum Fressen gerne mögen. Hinzu kommen Pilzkeime, die sich durch normale, lebende Bäckerhefe ersetzen lassen.

So kannst Du Deinen Kompostbeschleuniger auch selber machen: 10 Liter Wasser, ein Kilo Zucker oder das gleiche an Melasse/Rübenkraut/ Zuckerrohrmelasse, dazu ein Würfel frische Bäckerhefe. Lauwarm ansetzen. Hast Du dann noch etwas Hühnerkot, ein paar Pferdeäpfel, etwas Kuhdung: gut zerkleinern und rein damit! Damit hast Du für Stickstoff, Kali und Phosphor gesorgt.
Fertig ist der Kompostbeschleuniger, der dem gekauften nicht nachhinkt. :wink:

Ob der aber nun beschleunigt ( der gekaufte, wie der selbstgemachte) , hängt davon ab, wie viele der kompostierenden Winzviecher ohnehin bei Dir leben. Mit Kompostbeschleuniger fütterst Du die ja nur! Du regst sie zur weiteren Vermehrung an!
Wenn Du anfangs wenig Bakterien/ Winzviecher in Deinem Kompost hast, wirst Du erstmal auch keine große Beschleunigung erreichen. Und zwar ganz egal, ob der Kompostbeschleuniger nun gekauft ist oder selbst gemacht.
Ihre Vermehrung und das gute Gehen des Kompostierens offenbart sich dann im Laufe der Zeit.

Lieben Gruß,
Mia
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(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » So Apr 22, 2018 22:37

Okay gut.

Ich hatte einen Kompostbeschleuniger bisher immer so verstanden, dass er die Bakterien die zur Verrottung nötig sind, aber sich auch nur innerhalb einer Verrotung bilden drinn hat - also ausschliesslich quasi und das das dann ganz schnell geht, weil die sich nicht mehr bilden müssen, sondern eingestreut wurden.

Verrottungsbakterienpulver quasi dacht ich.

Aber da jetzt so ein gebäcksud drüber zuhaun klingt komisch für mich xD
Bäcker oder Bierhefe? Ist das ein Unterschied?

(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » So Apr 22, 2018 22:46

Und wenn ich jetzt was dazu tue was sowieso schon total gammelig ist, mett ja nicht, hab ich damit für mehr von diesen positiv organismen gesorgt?
Also umsomehr gammel von anfang an herrscht umso besser gehts oder ist die aussage quatsch?

(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » So Apr 22, 2018 22:58

Ahja, bäckerhefe, sagtest du ja.

Mia
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Re: Rasen im Beet

Beitrag von Mia » Mo Apr 23, 2018 00:15

Hallo Dominik, :smile:

Ich weiß/ ahne nicht, was "mett ja nicht" heißt.
Ich schreibe auch nicht, dass Du etwas gammeliges tun sollst! Bloß nicht!
Natur ist nicht gammelig! In keinem Fall! Sie verwertet alles, selbst die Knochen und Innereien gestorbener Warmblüter. Weil das gammelig wirkt, ist es aber noch lange nicht gammelig.
Die Natur verwertet insbesonders auch den Kot von pflanzenfressenden Tieren, aus ihm ziehen künftige Pflanzen gute Nahrung.
Was uns, als Menschen, eklig erscheinen würde, ist für ein Maiglöckchen oder eine Rose eine Delikatesse!

Nein, Du darfst als Gärtner nie gammelig arbeiten, darfst nie Fäulnis zulassen, Du arbeitest immer ganz sauber!
Wie erkläre ich das am besten? Meine Güte...

Ganz am Anfang aller Zeiten waren die Zellen der ersten Lebewesen noch nicht sauber getrennt.
Die unorganisierten Zellen wussten noch nicht, ob aus ihnen ein Tier (welcher Art auch immer), eine Pflanze oder ein Pilz werden sollte. Aus dieser Zeit stammt das heute noch gültige Verhältnis zwischen Pflanzen und Insekten. Pflanzen hatten durchaus Sex, sie wollten sich vermehren, da sie aber nicht laufen konnten, nahmen sie ihre nächsten Verwandten, die damals genetisch noch sehr nahestehenden, aber beweglicheren Insekten zur Hilfe. So ist es bis heute geblieben. Ohne Bienen gäbe es heute keine Apfelernte.

Pflanzen hatten aber auch unterirdisch zu tun. Mit ihren Wurzeln stießen sie auf Dinge, auf Schadstoffe im Boden, die sie allein nicht bewältigen konnten. Sie wandten sich hilfesuchend an die Pilze, die ihnen damals genetisch noch sehr nahestanden. Pilze sind ja keine Pflanzen, sie sind auch keine Tiere, sondern ein Zwischenglied. Die Pilze konnten Behinderungen knacken, die die Pflanzen für sich allein noch nicht regeln konnten. Und auch bis heute noch nicht regeln können. Pilze siedelten sich an dem Wurzelgeflecht der Pflanzen an. Für die Pflanzen knackten sie Schwermetalle und tote Tiere, und sorgten durch ihre eigenen Stoffwechselprodukte dafür, dass diese den Pflanzen bekömmlich wurden, Nahrung für sie bildeten. Sie waren ja genetisch die Brüder, oder jedenfalls enge Verwandte der Pflanzen.

So ist es bis heute geblieben. Zwischen Pflanzen, Pilzen und Insekten, aber auch zwischen Bakterien, manchen Viren, sowie viel kleinem Krabbelzeug, besteht eine enge Verbundenheit.
Da ist es dann wurscht, ob die Pilzsporen im Komposter aus der freien Luft dort hingetragen wurden, oder ob ein Mensch Bierhefe oder Bäckerhefe rein gibt, zusätzlich mit etwas Melasse oder Zucker.
Es entwickeln sich überhaupt nur jene Stämme, die überleben KÖNNEN.

Der Mensch kann das unterstützen, aber nicht absolut bis ins Detail verfolgen. Bis heute jedenfalls nicht. Vielleicht sieht es in zehn Jahren anders aus.
Heute kannst Du jedenfalls den kleinen lebenden Bäckerhefewürfel bei Lidl kaufen, und er tut genau das, was in gekauften Kompostbeschleunigern auch drin ist. Gut, manche käufliche Kompostbeschleuniger beinhalten auch getrocknete Bakterien. Alternativ leben die auch in Jogurt. :wink:

Probier doch einfach mal beides aus! Und berichte dann!

LG
Mia
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(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » Mo Apr 23, 2018 10:48

Guten Morgen Mia!

Ach das mit dem Mett, ja was soll man dazu sagen, blödsinn im Kopf mehr war das nicht.

Wie ich das verstehen kann, weiss ich noch nicht recht, was du da sagst - also den Teil mit 'gammelig nicht'.
Weil folgendes, wenn man jetzt so eine Kartoffelschale, nur als Beispielsobjekt, hat und sie 'gammelt' - also von Schimmel und anderen Kulturen vefallen wird - ist das also nicht genau das was Sie zu einer kompostierten Erde machen wird? Ich dachte genau das passiert dort, es 'vergammelt' und wird zur Erde.
Aber was du sagst ist ja praktisch nur 'nein - das ist nicht der alleinige Prozess, da haben auch noch andere Lebewesen wie Würmer, Insekten und so weiter ihr händchen mit im Spiel. Sogesehen solltest du nicht extra im vergammelten Bereich etwas zutun'. So hab ich das jetzt verstanden.
Ich werd gern berichten wie das mit dem selbstgemachten Schnellkomposter geklappt hat, das wird spannend!

Ich habe gesehen es gibt jede Menge Thermokomposter, manche mit mehr Luftlöchern, andere mit weniger - eine gute Belüftung des Kompostest halte ich nach diesem Gespräch hier für sinvoll, ist richtig oder?

Schöne Woche wünsch ich!

Dominik :)

(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » Mo Apr 23, 2018 10:55

Und nochwas, ich habe den Tip bekommen, ich solle doch etwas Milch, gern die haltbare, möglichst unfettige, im Beet Giessen, da die Milchsäurebakterien den Pflanzen sehr gut tun.
Und eine Bekannte von mir hatte mir von irgendsoeiner Biochemiefirma ein Mittel empfohlen was ebenfalls Milchsäurebakterien enthält 'em' (?) hiess das glaube ich.
Machen diese Milchsäurebakterien sinn, hast du da erfahrung gesammelt?
Ich würde dann wohl eher zu Milch tendieren als diesem biochemiefirmen Produkt - wie siehst du das?

Mia
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Re: Rasen im Beet

Beitrag von Mia » Mi Apr 25, 2018 23:43

Hallo Dominik,

Em ist superklasse--- aber auch wieder nur, wenn man es richtig anwendet. Also, einfach nur Magermilch auf Pflanzen zu gießen, das reicht weiß Gott nicht! Und H- Milch auf Pflanzen zu giessen, das ist einfach Quatsch! Da muss in Gedanken eine Verwechslung vorgekommen sein! Man sprüht allerdings verdünnte Magermilch zum Beispiel auf Rosen, gegen bestimmte Rostpilze. Also, als Heilmittel, nicht zum Düngen!

Zurück zu EM:
Über Em "Effektive Mikrooganismen" kannst Du Dich im Internet gut einlesen, dazu gibt es jede Menge Seiten.
Der Schlüssel zum Geheimnis ist ungefähr dieser: Ein Japaner- Namen vergessen- fand einmal heraus, welche Winzviecher alte Nahrungsbestandteile effektiv zersetzen. Man kann diese Bakterienmischungen kaufen, oder auch selber anziehen, auch dabei spielt wieder Melasse/ Zuckerrübensirup eine Rolle. Alte vegane Speisereste aus der Küche ( also nur Gemüse/Obst, etc, eventuell auch Eierschalen) werden in einem oben luftdichten Eimer gesammelt und mit Em geimpft. Bald tritt eine milchsaure Gärung ein, die das Eimerzeug in etwas ähnliches wie Sauerkraut verwandelt. Unten im Eimer sammelt sich eine Brühe, die sehr viele Pflanzen-Nährstoffe enthält.

Deshalb haben die Em-Eimer unten auch einen Hahn, als Abfluss und Entnahmemöglichkeit. Ist das Zeug im Eimer fertig durchgegoren, kann man es in den Kompost geben, im Garten verbuddeln, wo es die Erde deutlich verbessert, oder sogar in Teilen zur Erde in Kübel packen, wo es den Kübelpflanzen nützt. Es muss allerdings richtig angesetzt sein. Da es relativ sauer ist, empfiehlt sich später die Zuhilfenahme/Beimischung von fein zerteilter Holzkohle, um die Säure zu neutralisieren.
Richtig angesetzt und verwandt, ist es ein SUPER-Dünger! Ich sah den Effekt bei einer Freundin: Wunderbar! Niemals habe ich besser gedeihende Pflanzen gesehen!

Ich habe es noch nicht gemacht, deshalb auch meine etwas hilflose Beschreibung, liebäugele aber damit. Bis jetzt war mir der Aufwand immer zu hoch. Man braucht einmal diese Em-Eimer, okay, die kann man sich auch leicht selber bauen, siehe Internet.
Dann benötigt man das Bakteriensubstrat, das muss am besten kaufen, okay, manche Bakterienstämme kann man auch selber anzüchten. Siehe Internet. Dann muss man die Tierchen möglicherweise am Leben erhalten, man muss das Restsubstrat im Eimer pflegen und möglicherweise immer wieder nachfüttern? Das weiß ich aber nicht genau. Und wenn das milchsaurer vergorene Resultat im Eimer fertig ist, empfiehlt sich, noch gut fein gestampfte Holzkohle dazu zu geben, die muss man erstmal haben oder auch kaufen.
Ich glaube, für den, der es einmal gemacht und durchgeführt hat, ist es völlig und absolut einfach!!!! Freundinnen waren begeistert! - Bis jetzt bin nur ich immer davor zurück geschreckt.

Einen Komposthaufen, mit allen Tricks beim Schichten, den kenne ich seit meiner Kindheit, und der liefert auch einen guten Dünger. Einen Komposthaufen, mit all seinen Bewohnern, den kenne ich jedenfalls genau, und er ist kein Experiment. :wink:

Lieben Gruß,
Mia
Zuletzt geändert von Mia am Mi Apr 25, 2018 23:54, insgesamt 2-mal geändert.
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(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » Mi Apr 25, 2018 23:48

Also ich kann dir nur zustimmen, auch ich hab den Garten letztes Jahr bewundert der es drinn hatte, aber mir klingt das dann doch echt zu hart nach Arbeit für 'nichts - und mit nichts mein ich, ein geliebter, gut gepflegter Garten in einem 'guten Jahr und Jahrgang sieht halt grossartig aus - mit dem krams oder ohne.

Ne, ich mag milch ins beet hauen! ;D

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