Rasen im Beet

Bodenbearbeitung, Kompostierung, Düngung

Moderatoren: Carolyn, Bio-Gärtner

(ehemaliger)

Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » Fr Apr 20, 2018 20:32

Hallo liebe Freunde der Kunst!

Ich darf seit neuestem meinem Gärtnerhobby nachgehen und hab mal direkt 12 Mittelgrosse Beete angelegt. Nächsten Monat sollen dort ca. 400 Jungpflanzen platz finden.

Die Beete habe ich dieses Frühjahr auf einer Rasenfläche angelegt - den Boden umgelegt, in der Hoffnung ein Beet wär das dann. Jetzt kommt der Rasen nach oben durch und ich Hacke und Hacke mich blöd damit die Rasenwurzeln oben offen liegen und bei unserem Tropenapril austrocknen. Ich hab nen recht hohen Grundwasserspiegel, glaub ich - 20-30cm zwei Tage Regen und ich suche nicht sondern finde Wasser.
Der Rasen kommt also wieder und wieder. Jetzt bin ich am Rätseln, hilft Unkrautfliess bis mitte Mai um den Rasen zu ermorcheln oder finde ich am Ende einen Rasen drunter vor der einfach trotzdem wächst? Reichen vier Wochen zum entfernen der Restwurzeln oder sind ganz andere Mittel angebracht?

Alles in allem bin ich grad sehr zufrieden, meine Melonen wurden zwar angeknabbert, aber ich hab sie hochgestellt und Rosmarinblätter an die Tischbeine geknotet.

Danke für eure hilfe!

Dominik
Dateianhänge
tmp-cam-428120091.jpg
tmp-cam-428120091.jpg (79.52 KiB) 2413 mal betrachtet

Benutzeravatar
Carolyn
Moderator
Moderator
Beiträge: 4350
Registriert: Do Mai 07, 2009 17:28
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: jwd. in Oberbayern
Geschlecht:

Re: Rasen im Beet

Beitrag von Carolyn » So Apr 22, 2018 14:24

Im Allgemeinen ist es sinnvoller, Rasensoden komplett zu entfernen (und z.B. zu kompostieren), eben weil das Gras immer wieder durch kommt. Bis Gras tatsächlich umkommt dauert es definitiv länger als nur einige Wochen. Wenn Du also die Beete bis jetzt noch nicht bepflanzt hast, dann solltest Du das noch nachholen.
Abgesehen davon wird auf einer leeren Fläche Mutter Natur immer etwas finden, das sie dort wachsen lassen will. In jedem natürlichen Boden sind ja schier unzählige Samen enthalten, die jetzt Platz haben zu keimen, Bis die Beete also dicht bewachsen sind wist Du immer gegen unerwünschte Beikräuter zu kämpfen haben.
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)

(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » So Apr 22, 2018 16:16

Hey!

Okay das ist sehr hilfreich, ich hab nämlich auch drüber nach gedacht, dass das dann einfach immer noch da ist in 4Wochen.

Wenn ich wieder neue Beete anlege, und das kommt dieses Jahr noch, mein Garten ist ne monokultur aus heu gewesen, nehme ich also direkt den Rasen runter, sehr gut zu wissen!
Ich bedanke mich und wünsch einen besinnlichen Restsonntag!

Dominik

Benutzeravatar
Hapy
Gartenprofessor
Gartenprofessor
Beiträge: 157
Registriert: Mo Sep 19, 2016 22:26
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: Klimazone 6b / Naturraum 05

Re: Rasen im Beet

Beitrag von Hapy » So Apr 22, 2018 16:40

Natur braucht Zeit. So wie Pflanzen bei einer Woche Sonnenschein nicht in den Himmel wachsen, so gehen sie nicht unbedingt gleich ein, wenn sie zwei oder drei Tage "unter Wasser" stehen. Sie erholen sich wieder.

Genau das trifft auch auf Deine Rasensoden zu. Es dauert, bis das Gras seine Kraft verpulvert hat. Die umgewendeten Grassoden werden austreiben und mangels Licht helle Halme bilden und nach einiger Zeit aufgeben. Wenn allerdings beim Umstechen grüne Teile über den Boden hinausragen, werden diese weiterwachsen.

Du schreibst nicht, wann Du Deinen Rasen umgestochen hast (Frühjahr ist ein weiter Begriff).

Ich hätte ein erstes Mal im Herbst umgestochen und dann nach dem Winter ein zweites Mal und dabei gegebenenfalls verbliebene Graswurzeln entfernt.

Ein Unkrautvlies halte ich für ungeeignet. Besser wäre eine schwarze Folie, unter der die höheren Temperaturen aufkeimende Pflanzen unterdrücken und den Grassoden das Licht komplett wegnehmen. Allerdings dürften hierfür 3 Wochen bis Mitte Mai nicht ausreichen.

Wenn es stimmt, dass das Grundwasser auf 20 - 30 cm ansteht und das Wasser nach stärkerem Regen auf der Fläche steht, dann frage ich allerdings, was dort sinnvollerweise angebaut werden kann, bzw. was Du dort anbauen möchtest.

Hapy

(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » So Apr 22, 2018 17:05

Hey!

Naja, du hast zwar auf der einen Seite recht was das zuviel an stehendem Wasser angeht, allerdings hält es sich in Grenzen und ein paar Tagen nachdem Regen hab ich in der tiefe eben Wasser gefunden - ich denke ja mal, dass die Pflanzen recht viel Wasser aus der Erde nehmen werden dieses Jahr und sich somit die Wasserverteilung, auch nach Regen erheblich cerbessert. Die Kapazität der Erde zum Wasseraufnehmen wird ja nicht geringer nur weil die Pflanzen es benutzen und anschliessend, bei Regen wird die Erde sich wieder zusaugen. Einen Boden durch bepflanzung zu trocknen hat in meinem Kopf nur Sinn gemacht.

Ich grab dann einfach weiter um, nehm den grünen Rasen raus, seh zu das ich es vor den Sonnenperioden entwurzle, dass es eventuell kaputt geht und sonst ernte ich es fleissig weiter bis es aufgibt

Gruss
Dominik

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 2876
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Rasen im Beet

Beitrag von Mia » So Apr 22, 2018 17:45

Ja, Dominik, :smile:

Carolyn hat recht. Rasensoden sollte nicht im Beet liegen. Du kommst ja jetzt noch ran und nimmst sie raus. Damit das Beet aber nicht vieler Erde verlustig geht, packst Du die Schollen am Gras und klopfst sie unten am Spaten aus. Dann rieselt Erde runter und bleibt im Beet. Das Rasengedönse was in Deinen Händen übrigbleibt, schichtest Du kopfüber in eine Gartenecke.
Also, nicht Du stehst Kopf, sorry, sondern Du legst die Rasenteile jeweils mit dem Gras nach UNTEN übereinander. Du kannst da auch Rasenmäherschnitt ( gut verteilt!) draufwerfen, dazu alles Unkraut, was im Laufe des Jahres anfällt, jede Menge...
Nächstes Jahr wird sich dieser Haufen dann in Kompost verwandelt haben, der Deinen Beeten gut tut und sie düngt.

Düngen solltest Du auch jetzt schon! Manchmal hat man Glück, da wo man den Rasensoden wegnahm, das war eine satte Wiese mit einem guten Boden untendrunter. In der Regel reicht der ehemalige Rasenboden von seinen Nährstoffen aber nicht für Gemüse, und erst recht nicht für Starkzehrer wie Tomaten oder Paprika oder Gurken.

Düngemöglichkeit: Beim Kompostwerk Kompost kaufen und drauf damit! Alternativ: Getrockneten Rinderdung besorgen, gibt es preiswert bei Phillips, Hornspäne als Langzeitdünger.
Weitere Alternativen: Sofort jetzt Jauchen ansetzen aus selbst gesammelten ( und zerkleinerten) Kuhfladen, Pferdeäpfeln, Hühnerkacke... oder die pflanzliche Alternative aus Brennnesseln wählen. Für Tomaten und andere Nachtschattengewächse tust Du noch Beinwell hinzu.

Mengenschlüssel: Je ein Kilo Substanz auf 10 Liter Wasser, den Eimer mit Karnickeldraht und /oder einem schräg gelegten Deckel abdecken. Warum? Reinregnen soll es nicht, das würde die Jauche zu stark verdünnen. Der Karnickeldraht hindert zudem Mäuse oder Vögel in solchen Eimern zu ertrinken.
Nach Stellung im Halbschatten und regelmäßigem Umrühren ist die Jauche nach rund drei Wochen reif. Weitere Verdünnung: Ein Liter Jauche auf 10 Liter Wasser. Damit in den Wurzelbereich gießen! Alle zwei, drei Wochen reicht in der Regel.

Okay! Und damit ist schon mal für das erste Gedeihen gesorgt. :grin:

Du wirst die Unterschiede in Deinem Garten merken, zwischen einer gedüngten Fläche und einer ungedüngten.
Pflanzen wollen nämlich auch gerne was essen, ähnlich wie Menschen. Und wer ernährt sich schon gern hauptsächlich von Knäckebrot? Ausschließlich damit genährte Kinder würden klein und unterentwickelt bleiben, so auch die Pflanzen.

Pflanzen haben eine stille Leidenschaft für Stickstoff, der ist in käuflichen Düngern mit "N" bezeichnet.
Alle tierischen Ausscheidungen von pflanzenfressenden Tieren sind stickstoffreich. Brennnessel ( vor der Blüte) ist ebenfalls sehr stickstoffreich.
Gleichzeitig verspeisen Pflanzen gerne Kalium/Kali, in den gekauften Düngern findest Du es als "K".
Die tierischen Ausscheidungen der Pflanzenfresser liefern Kali, aber Du findest die Substanz auch im Beinwell, als pflanzliche Alternative für eine Jauche mit Kalianteil.

Zum dritten futtern Pflanzen gerne Phosphor. Der ist in den Böden in der Regel genügend enthalten, da braucht man sich ( meistens) keinen Kopf drum zu machen.

Gut ist immer Kompost. Er liefert alle Nährwerte in einem ausgeglichenen Zusammenhang, auch noch Magnesium, Kupfer und keine Ahnung was noch alles an Mineralien. Aber für Tomaten, Chilis , Paprika, für alle Kohlarten, für Gurken reicht reiner Kompost NICHT aus! Die brauchen mehr Stickstoff und die Nachtschattengewächse (Tomaten, Chilis , Paprika) auch noch mehr Kali.

Ich persönlich hacke übrigens überhaupt nicht. Aber ich dachte mir schon sowas, dass Du, Dominik, erstmal Deine Beete unkrautfrei kriegen musst. Hatte ja keine Ahnung, dass da Rasensonden drin liegen. :wink:
Gegen die kommst Du auch nicht mit Hacken an.
Wohl aber gegen kleinere Unkräuter auf sauberen, recht gepflegten Gemüsebeeten, die lassen sich dann einfach leichter entfernen.

Lieben Gruß,
Mia
:blume4: :blume4: :blume4:
Zuletzt geändert von Mia am So Apr 22, 2018 18:39, insgesamt 1-mal geändert.
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 2876
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Rasen im Beet

Beitrag von Mia » So Apr 22, 2018 18:11

Ja, okay, Hapy hat auch recht.

Wenn Du bereits im Herbst damit anfängst Rasensoden umzustechen, tief unterzugraben, später ein zweites, oder sogar ein drittes Mal umstichst, die grünen Teile raushackst/ rausjätest, gehen große Teile des Grases ein und Du kannst dann im Mai ein halbwegs sauberes Beet bepflanzen.
Diesen Fall haben wir hier jetzt aber nicht. Noch liegen ja die Schollen mit Deinem Rasengrün in Deinem Beet.

Ich persönlich mache diesen Aufwand mit dem mehrfachen Umgraben nicht. Ich nehme die Rasensoden einmal weg, Feierabend.
Ich bin auch eine relativ zierliche Frau. Das mehrfache Umgraben ab Herbst würde mir körperlich deutlich schwerer fallen, als das einmalige Wegnehmen.

Über das hohe Grundwasser würde ich mir jetzt noch keine Sorgen machen.
Schau erstmal, wie eine normale Bepflanzung gelingt. Danach kann man weitersehen. Vielleicht ist das hohe Wasser ja auch teilweise von Vorteil?
Spart möglicherweise das Gießen... :wink:

LG
Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » So Apr 22, 2018 18:55

Gut, beste Idee bis jetzt glaub ich. Einfach Erde abschütteln und gut. Das klingt nicht nach fiesem 'Hacken' und auch nicht nach viel Arbeit. Sehr sehr gut.

Ich hsb grad erstaunlich viel über Dünger gelernt, das ist gut - der Plan war, ökologischen Langzeitdünger mit Malzträger reinzuhaun und gut. Ich überleg das nochmal.

Weisst du ob man Kuhmist usw auch getrocknet kaufen kann vielleicht online und ob es sich dann noch lohnt oder ist der Nährstoffreichtum durchs trocknen verschwunden.

Ist natürlich Klasse wenn so ein Kleingärtnerverein mal nach Natur riechen würde, grossartige Idee! xD

Benutzeravatar
Yggdrasil
Moderator
Moderator
Beiträge: 2857
Registriert: Do Sep 02, 2004 22:02
Wohnort: Bamberg
Geschlecht:

Re: Rasen im Beet

Beitrag von Yggdrasil » So Apr 22, 2018 19:46

Die Grassoden kannst du kopfüber zu einem Wall aufschlichten. Das Gras verrottet mit der Zeit.
Nach ungefähr zwei Jahren kannst du den Wall als Hochbeetbenutzen oder die Erde im Garten verteilen.
Selbst Unfähige können zu allem fähig sein.

Bild

cu Bild

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 2876
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Rasen im Beet

Beitrag von Mia » So Apr 22, 2018 19:48

Hab ich doch schon geschrieben, Dominik :smile:
Mia hat geschrieben:Alternativ: Getrockneten Rinderdung besorgen, gibt es preiswert bei Phillips, Hornspäne als Langzeitdünger.
Den Ausscheidungen der Kühe macht das Trocknen nichts aus. Sie behalten ihre Düngewirkung. Musst Du auch nicht online kaufen, da musst Du ja auch noch Porto bezahlen. Wenn Du einen preiswerten Laden für getrockneten Rinderdung in der Nähe hast, nimm den. Ansonsten gibt es auch noch jede Menge Kühe auf der Wiese. Hingehen, mit einem Eimer... :grin:
Dominik hat geschrieben: Einfach Erde abschütteln und gut.
Nee, Du wirst schon noch merken, dass auch das Arbeit ist. Erst hebst Du die Schollen mit dem Rasen ab, dann schüttelst Du sie unten an der Spatenkante aus, und dann schichtest Du sie, das Grün nach unten. Aber auch das ist Arbeit.

Lieben Gruß,
Mia

P.s.:
Ah, okay, der preiswerte shop heisst Thomas Phillips. Wenn Du da hinfahren kannst, ist es günstiger als online.
https://www.thomas-philipps.de/de/
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » So Apr 22, 2018 21:18

Nagut bei so vielen Infos auf einmal ging der Onlineshop verloren.
Ich guck da gleich mal rein, ebays vorschlag sind ein 50/50 kuh/pferde mist mix für 23€ , 30kg

Ich hab vorallem kein auto, da bietet sich bestellen eher an

Warum Schichte ich das und warum dauert das zwei Jahre und wird zur Mauer? Wieso ist das so?
Und was ist mit Schnellkomposter? Gehts damit schnell weg oder ist so ein Schnellkomposterzusatz quatsch im kompost?

(ehemaliger)

Re: Rasen im Beet

Beitrag von (ehemaliger) » So Apr 22, 2018 21:29

Und hier, wie sieht das den mit Zuckerrohrmelasse als Dünger aus? Sinnvoll, gut, quatsch?
Weil das zeug ist lecker, da würd ich gern mal 20-30kg von brauchen können

Antworten