Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Bodenbearbeitung, Kompostierung, Düngung

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HeikeMareike
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Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von HeikeMareike » Mi Jan 11, 2017 11:14

Hallo!

Ich hätte mal eine kleine Frage. Und zwar möchte ich von den chemischen Düngern weg und habe gesehen, dass Kalk auch als Naturdünger verkauft wird. Für welche Bereiche eignet sich Kalk denn am besten? Also für welche Pflanzen bzw. Böden? Und gibt es da Unterschiede in der Zusammensetzung oder ist das immer die gleiche Art von Kalk?
Habt ihr da Erfahrungen oder gibt es vielleicht andere natürliche Dünger die man probieren kann? Ich bin noch ziemlich frisch auf dem Gebiet :???: Bin erst seit Sommer stolze Besitzerin eines kleinen Gartens, hab mir aber vorgenommen, den dieses Frühjahr bzw. diesen Sommer so richtig aufzupeppen. Meine Erfahrungen beschränken sich daher eher auf ein paar Zimmer- und einfache Balkonpflanzen. Wenn ihr Tipps für den ersten Garten habt, nehm ich die also auch gern! :hallo:

Ich danke schonmal für die Hilfe und die freundliche Aufnahme in diesem Forum!
Habt noch ne schöne Restwoche und beste Grüße,
Heike
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Pusteblume
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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Pusteblume » Mi Jan 11, 2017 21:02

Hallo Heike
Ops, mit der Kalkfrage stichst du aber ein Fass an. Konkret, es gibt Pflanzen die mögen Kalk, andere dagegen weniger. Daraus folgt, du müsstest sagen welche Pflanzen es sein sollen und wie deren Kalkbedarf ist. Das nächste was man wissen sollte: „ wie ist denn der Kalkvorrat in der Gartenerde?“ Dieser Wert wird mit dem ph-Wert ausgedrückt. Das ist ein zentraler Wert.
Häufig wird im Frühjahr die Ermittlung dieses Werts von vielen Gartenmärkten gratis vorgenommen. Man nimmt einfach einen Spaten voll Erde in einen Beutel und bringt den zum Gartenmarkt und die sagen dann den ph-Wert. Danach wird man beraten ob und welcher Kalk erforderlich ist.
Ich gärtner schon lange. Für den Gemüsegarten habe ich einen ph-Wert von 6,5. Zusammengefasst, ohne den ph-Wert zu kennen, käme eine Kalkgabe einem Blindflug gleich. Doch wenn gekalkt werden sollte, dann rate ich zum Muschelkalk.

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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Hapy » Do Jan 12, 2017 00:07

Heike,

Zuerst mal Gratulation zu Deinem Gartenstück.

Leider wissen wir über diesen Garten nichts (nicht einmal die Grösse). Das ist aber eine der Voraussetzungen, um überhaupt etwas zu einer potentiellen Düngung sagen zu können. Handelt es sich um einen sandigen Boden, einen lehmigen Boden, einen humosen Boden? Was war vorher in dem Garten? Auch Gemüsegarten? Wie wurde der gedüngt? Häufig sind gerade die Kleingärten stark überdüngt. Eine Analyse des Bodens auf pH, Stickstoff, Phosphor und Kali (N, P, K) ist sicher hilfreich um den Düngerbedarf festzustellen.

Diese drei Elemente (Stickstoff, Phosphor und Kali) sind in den handelsüblichen Düngern in leicht wechselnden Mengenverhältnissen enthalten. Kalk kann diese Elemente nicht ersetzen. Kalk hat normalerweise einen starken Einfluss auf den pH-Wert: Er macht den Boden weniger sauer. Also für säureliebende Pflanzen (z.B. Heidelbeeren, Rhododendron oder Hortensien) nicht förderlich.

Solltest Du wirklich Kalk benötigen, dann kannst Du den von Pusteblume erwähnten Muschelkalk verwenden oder Eierschalen zerbröseln und ausbringen. (Ich vermeide Eierschalen, da unser Wasser sehr kalkhaltig ist und ich nicht zusätzlich Kalk einbringen möchte.)

Kompost ist wohl ein besseres Stichwort, wenn Du keine "chemischen" Dünger verwenden möchtest. Er bringt Nährstoffe in den Boden ein und verbessert auch die Struktur des Bodens. Allerdings wird es einige Zeit dauern, bis Du genügend Kompost hast, um Deinen Garten mit Kompost versorgen zu können.

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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Mia » Do Jan 12, 2017 02:00

Später reingeschrieben: Oh! Hapy war schneller als ich! Spricht mir aber aus der Seele! :grin:

Hallo HeikeMareike, :smile:

Kalk ist nicht alles. Düngen ist etwas komplizierter als Du annimmst. Wenn Du zum Beispiel ein Gericht kochst, würzt Du doch mit Salz, Pfeffer, eventuell Zucker, Kräutern, Zwiebeln, und vorher gibst Du oft Öl in die Pfanne, okay? Ohne etwas Fett und Salz würde selbst ein simples Rührei nicht gelingen, ja?

Auf das Düngen übertragen heißt das: Alle Pflanzen benötigen, um zu gedeihen, Stickstoff. Manche sehr viel, Kürbis zum Beispiel, manche sehr wenig, Rosmarin und Thymian zum Beispiel. Stickstoff wird auf Düngerverpackungen angegeben mit N. N - wie Natrium, das bedeutet Salz. Natürlicher Stickstoff findet sich in den Ausscheidungen aller Tiere: Pferdeäpfel, Rinderfladen, Kaninchen- und Schafsköttel, Vogelkot - siehe auch Guano. Wenn man eine Brennesseljauche ansetzt, bekommt man auch viel Stickstoff, weil die Blätter sehr eiweißreích sind. Stickstoff lässt sich auch künstlich erzeugen, damit sind Mineraldünger wie Blaukorn zum Beispiel gut versorgt. Das ist aber ein rein künstlicher Dünger und eignet sich nicht dazu, die Erde aufzuwerten.
- So, das war bei den Düngern schon mal das Salz, analog zu unseren Speisen. :wink:

Als nächstes benötigen Pflanzen Phosphor. Er wird auf Düngerpackungen abgekürzt mit P. In der Regel hat ein natürlicher Boden genug Phosphor, so dass wir nichts hinzufügen müssen, es sei denn, wir wollen, dass Pflanzen besonders reich und üppig blühen, denn Phosphor ist für die Blüten ( u.a. dem Fruchtansatz) zuständig. Deshalb ist ein normaler, künstlicher Balkonkastendünger besonders reich am Phosphor. Natürliche Phosphorquellen sind Hühner-, Tauben- und Vogelmist - Guano. Da ist der Stickstoff auch schon gleich dabei.
In der Analogie zum Essen vergleich ich Phosphor mal mit Zucker. Er muss nicht unbedingt immer sein, kann aber sein.

Nun kommt der Pfeffer! Den verbrauchen wir ja beim Essenkochen ( hoffentlich) viel öfter als den Zucker. Dies ist die dritte Zutat unseres Pflanzendüngermenüs, sie nennt sich Kalium, abgekürzt mit K. Kalium ist für die Festigkeit des Pflanzengewebes zuständig, für stabil wachsende Äste, für knackige Salate. Natürliche Kalidünger sind zum Beispiel Holzasche, Algenprodukte, wiederum Geflügelmist, Schweinemist, Rinderdung. Eine angesetzte Jauche aus Beinwell enthält neben Stickstoff auch relativ viel Kalium.
Auch ist Kalium in einem gesunden Boden normalerweise auskömmlich vertreten, wird aber mit der Zeit "weggefuttert". Tomaten, Auberginen und Paprika freuen sich sehr über eine zusätzliche Gabe! Ältere Obstbäume auch.

So. Dies waren die drei Pflanzen-Grundnahrungsmittel. Die wirst Du auch auf allen Düngerverpackungen lesen, es sind immer Kombinationen aus : N-P-K . Meinetwegen: N 6, P 3, K 3 - oder sowas. Du weißt ja jetzt, was dahintersteckt.

Kommen wir zum Kalk. Ihn würde ich mal mit dem Öl vergleichen, was wir in die Pfanne tun, oder mit dem Stich Butter, der auf Pellkartoffeln draufkommt. Ohne ein bisschen Fett schmeckt alles nicht, oder?
Kalk, (abgekürzt Ca.= Calzium/Calcium), ist eine Art Grundsubstanz im Boden. Er ist immer irgendwie da. Und wenn er mal nicht da ist, zum Beispiel bei Moorböden, glänzt er durch Abwesenheit, das fällt auch auf.
Kalk puffert die Säuren im Boden. Weil er mit Säuren korrespondiert, ist es deshalb auch so leicht, den Kalkgehalt mit einem simplen pH-Streifen zu messen, den es überall in derApotheke gibt oder im Aquarienhandel. Der Kalkgehalt des Bodens, sollte, abhängig von der Bodenart, ungefähr zwischen pH 6 und 8 liegen.
Man kann mit Kalk auch kurzfristig düngen. Gibt man auf einen normalen Gartenboden Kalk, springen die zum Teil schweren Schollen auseinander, viele Nährstoffe ( N-P-K) werden frei, die angebauten Pflanzen fressen und fressen - und im nächsten Jahr ist an Nährstoffen nichts mehr da. Deshalb sagt man auch: Kalk macht reiche Väter und arme Söhne.
Also, immer mal ein bissi vorsichtig mit dem Kalk, immer nur anwenden, wenn der Boden tatsächlich zu sauer wird! Er ist kein wirklicher Dünger! Gut eigenen sich, immer mal zum Aufpeppen, Muschelkalk oder Algenkalk. Sie enthalten noch zig andere Stoffe als NUR Kalk und bereichern die Erde und das Bodenleben. Urgesteinsmehl ist auch wunderbar!

Dadurch kommen wir nun zu den weiteren Zutaten. In der Küche wären das Kräuter, Schmalz, Senf, Tomatenmark..., bei den Pflanzen sind es Magnesium, Molybdän, Kupfer, Aluminium ... und diverse andere.

In einem naturgemäßem Garten wird das alles mitgeliefert: Man sollte viele Pflanzen auch vergehen lassen, mulchen, im Winter auch mit Blättern mulchen, man sollte Gründung säen, man sollte vor allem kompostieren und Kompost aufbringen, dann bauen sich viele gute Stoffe von selber auf.
Anfangs reicht das aber oft nicht, die Ergebnisse sind häufig mager, die Pflanzen hungern.

Und nun geh bitte in den Laden , überwinde Deine Scheu, und kaufe Dir für diese Übergangszeit einfach einen guten, biologischen, organischen Pflanzendünger!
Sag genau, dass Du organisches Zeug haben willst und lass Dich beraten! Ich habe jetzt zum Beispiel für alle meine Drinnenpflanzen den Neudorff-Pflanzendünger aus natürlichen Rohstoffen. Die Firma Compo stellt auch sehr gute natürliche Dünger her! - Also, nicht alles was in bunten Flaschen verkauft wird, ist per se schlecht! :wink:

Lieben Gruß!
Gutes Gelingen

wünscht
Mia

:blume4: :blume4: :blume4: :blume4: :blume4:
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

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HeikeMareike
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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von HeikeMareike » Do Jan 12, 2017 11:04

Wow, erstmal vielen vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten!
Ich versuche mal ein bisschen noch auf die Gegenfragen einzugehen, auch, wenn die meisten meiner Fragen ja schon super beantwortet wurden. :grin:
Ich dachte wirklich, dass Kalk eine Art allgemeiner Dünger ist, weil überall von der positiven Wirkung gesprochen wurde, aber gut zu wissen, dass es da vor allem um den PH-Wert des Bodens geht. Dann brauche ich ihn ja im besten Fall gar nicht und kann mich eher auf die Tipps von Mia stürzen (Vielen Dank Mia, deine Liste und die Beschreibung sind wirklich der Wahnsinn. Mit der Analogie zum Kochen verstehe sogar ich als Neuling das Düngen ganz gut :hallo: )
Pusteblume hat geschrieben:Daraus folgt, du müsstest sagen welche Pflanzen es sein sollen und wie deren Kalkbedarf ist. Das nächste was man wissen sollte: „ wie ist denn der Kalkvorrat in der Gartenerde?“ Dieser Wert wird mit dem ph-Wert ausgedrückt. Das ist ein zentraler Wert.
Häufig wird im Frühjahr die Ermittlung dieses Werts von vielen Gartenmärkten gratis vorgenommen. Man nimmt einfach einen Spaten voll Erde in einen Beutel und bringt den zum Gartenmarkt und die sagen dann den ph-Wert. Danach wird man beraten ob und welcher Kalk erforderlich ist.
Ich gärtner schon lange. Für den Gemüsegarten habe ich einen ph-Wert von 6,5. Zusammengefasst, ohne den ph-Wert zu kennen, käme eine Kalkgabe einem Blindflug gleich. Doch wenn gekalkt werden sollte, dann rate ich zum Muschelkalk.
Ich bin mir immer nicht sicher, ob man die Pflanzen danach aussucht, wie der Boden ist (und den durch Dünger nur stellenweise aufwertet), oder den Boden mit dem Dünger so stark gestalten kann, dass man ihn komplett nach den gewünschten Pflanzen formt. Deshalb habe ich mich da noch nicht festgelegt :wink: . Aber im besten Fall hatte ich eigentlich an einen ganz einfachen Garten gedacht, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne. Ich würde mir gern ein paar Bäume pflanzen (Pflaume, Apfel, Birne, Johannesbeere, Stachelbeere), ein Gemüsebeet anpflanzen (Also Kartoffeln, Möhren, Salat, etc.), ein paar Reihen Erdbeeren und noch Kräuter (z.B. Dill und Petersilie). Als Begrenzung zum Nachbarn hätte ich auch noch ein bisschen Hecke oder ein paar Koniferen im Sinn. Soweit ich weiß sind letztere aber relativ anspruchsvoll was den Boden angeht. Zumindest kann ich mich dunkel erinnern, dass meine Mutter früher immer ziemlichen Ärger damit hatte. :nachdenk: Zum PH-Wert, den diesen Pflanzen am liebsten mögen, weiß ich leider nichts und ich kenne auch die genaue Zusammensetzung des Bodens nicht (also ob lehmig oder sandig, etc.). Ich hab jetzt einfach in der Zwischenzeit mal den Nachbarn gefragt und der meinte, dass die Böden hier in der Gegend eher lehmig und teils relativ sauer sind. Aber ob das jetzt auf meinen Garten auch zutrifft, muss ich dann wohl erst testen lassen. Ich würde dann den Wert von 6,5 erstmal als Richtwert nehmen?
Achja, ich habe mir auch mal die Liste hier mit den Pflanzen für saure Böden angeschaut, für den Fall der Fälle, aber da ist jetzt keine von denen aufgelistet, die ich mir vorstelle, bis auf die Heidelbeere vielleicht noch.

Dass Gartenmärkte das gratis anbieten wusste ich nicht, danke für den Hinweis! Ich werde mich mal erkundigen, ob und wann das hier möglich ist. Das wäre mir auf jeden Fall lieber, als mit einem PH-Streifen selbst loszuziehen, gerade auch wegen der anschließenden Beratung. Geben die einem dann direkt den PH-Wert an oder nur diese Klasse? Ich bin nämlich gerade im Internet auf eine Tabelle gestoßen, die eigentlich sagen soll, welchen Kalkbedarf der Boden hat und wie man dann vorgeht, aber ich werde nicht so richtig schlau aus den PH-Klassen. Die stehen doch sicher für bestimmte PH-Werte, oder?
Hapy hat geschrieben: Leider wissen wir über diesen Garten nichts (nicht einmal die Grösse). Das ist aber eine der Voraussetzungen, um überhaupt etwas zu einer potentiellen Düngung sagen zu können. Handelt es sich um einen sandigen Boden, einen lehmigen Boden, einen humosen Boden? Was war vorher in dem Garten? Auch Gemüsegarten? Wie wurde der gedüngt? Häufig sind gerade die Kleingärten stark überdüngt. Eine Analyse des Bodens auf pH, Stickstoff, Phosphor und Kali (N, P, K) ist sicher hilfreich um den Düngerbedarf festzustellen.

Diese drei Elemente (Stickstoff, Phosphor und Kali) sind in den handelsüblichen Düngern in leicht wechselnden Mengenverhältnissen enthalten. Kalk kann diese Elemente nicht ersetzen. Kalk hat normalerweise einen starken Einfluss auf den pH-Wert: Er macht den Boden weniger sauer. Also für säureliebende Pflanzen (z.B. Heidelbeeren, Rhododendron oder Hortensien) nicht förderlich.

Solltest Du wirklich Kalk benötigen, dann kannst Du den von Pusteblume erwähnten Muschelkalk verwenden oder Eierschalen zerbröseln und ausbringen. (Ich vermeide Eierschalen, da unser Wasser sehr kalkhaltig ist und ich nicht zusätzlich Kalk einbringen möchte.)

Kompost ist wohl ein besseres Stichwort, wenn Du keine "chemischen" Dünger verwenden möchtest. Er bringt Nährstoffe in den Boden ein und verbessert auch die Struktur des Bodens. Allerdings wird es einige Zeit dauern, bis Du genügend Kompost hast, um Deinen Garten mit Kompost versorgen zu können.

Hapy
Hallo Hapy!
Also es ist ein Kleingarten, aber was die Pflanzen angeht, wurde er kaum als klassischer Garten genutzt, sondern als Partygarten von ein paar Jugendlichen, die dort regelmäßig gefeiert haben. Als ich ihn übernommen habe, sah er ziemlich verwildert aus und er besteht auch fast nur aus Grasfläche und einer kleinen Laube. Ich habe ihn in diesem Sommer relativ spät bekommen und wollte ihn zu meinem persönlichen Projekt machen, nur leider ist etwas Familiäres dazwischengekommen und deshalb habe ich es gerade mal geschafft, ihn ein bisschen aufzuräumen und das Gestrüpp wegzumachen. Ich werde also wirklich mal schauen, dass ich die Werte professionell bestimmen lasse, damit ich ein genaueres Bild habe. Ich hab mich hier nur angemeldet, weil ich vom Düngen wirklich nicht so viel Ahnung habe (außerhalb des Balkons und Wohnzimmers) und ich dachte, Kalk wäre vielleicht etwas, auf das man umsteigen kann. Ich wurde hier was das angeht, ja schon eines besseren belehrt ;)
Also das mit dem Kompost wurde mir ja schon von mehreren Seiten empfohlen, insofern steht das ganz oben auf meiner Liste, auch wenn es sicher etwas Zeit braucht. Für die Übergangszeit folge ich dann wohl Mias Rat und greife nach einem Pflanzendünger aus dem Laden. :wink: Was die Zusammensetzung der Dünger angeht, hat Mia das ja schon unheimlich gut erklärt! Danke nochmal :daumen:
Achja und was den Kalk angeht, habe ich mir jetzt den Muschelkalk aufgeschrieben, sollte es wirklich nötig sein, also auch dazu nochmal vielen Dank für die Empfehlung!

Ich werde dann jetzt einfach mal den Test abwarten und dann entscheiden wie es weitergeht im Frühling/Sommer. Hab da wirklich einiges zu tun. Aber wie heißt es so schön: Yippie Ya Ya Yippie Yippie Yeah. :lol:

Danke nochmal an euch drei und beste Grüße,
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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Pusteblume » Do Jan 12, 2017 11:36

Hallo HeikeMareike
Jetzt hast du verehrte HeikeMareike, eine Menge guter Tipps bekommen. Sie sind alle gut und richtig. Doch „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie; und grün des Lebens goldner Baum“ (Goethe, Faust).
Das will sagen, fang einfach mit deinem Garten an, so du ihn dir vorstellst. Nur so gewinnst du Praxis.
Ich wünsche viel Spaß und Freude beim Gärtnern und last but not least: nicht jede Pusteblume ist Unkraut.

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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Carolyn » Do Jan 12, 2017 11:58

Apropos Unkraut: Du schreibst, dass der Garten ziemlich verwildert war. Hast Du eine Ahnung, was sich da an Pflanzen alles angesiedelt hatte? Da sich in der Natur Pflanzen nur dort ansiedeln, wo sie auch die für sie richtigen Bedingungen vorfinden, gibt es etliche sogenannte Zeigerpflanzen, die Dir einen Hinweis darauf geben können, ob Du lehmigen/humosen/sandigen/sauren/alkalischen Boden hast, welche Nährstoffe fehlen/im Übermaß vorhanden sind usw.
Ich bin mir immer nicht sicher, ob man die Pflanzen danach aussucht, wie der Boden ist (und den durch Dünger nur stellenweise aufwertet), oder den Boden mit dem Dünger so stark gestalten kann, dass man ihn komplett nach den gewünschten Pflanzen formt. Deshalb habe ich mich da noch nicht festgelegt :wink: .
Ich versuche es da auch mal mit einem Vergleich: Wenn Dich friert, heizt Du ein oder ziehst Du mehr an? In der Wohnung kannst Du heizen (falls sie vernünftig isoliert ist), im Freien wirst Du das nicht schaffen. :lol:
Auch im Garten kannst Du so manches beeinflussen, aber es hat eben Grenzen. Einen sehr sandigen Boden wirst Du nie in einen lehmigen verwandeln (außer Du lässt die Bagger kommen), bis aus einem sauren Moorboden eine eher alkalischer Gartenboden wird, dauert es vermutlich Jahrzehnte. Für einen begrenzten Bereich, in dem Du z.B. Heidelbeeren pflanzen willst, kannst Du jedoch den ph-Wert künstlich absenken und einen schweren Lehmboden kannst Du mit viel Kompost etwas lockerer machen. Deswegen ist die Antwort auf Deine Frage kein wirkliches Entweder-Oder, sondern eher eine Frage, wieviel Aufwand Du betreiben willst, die Natur an Deine Wünsche anzupassen. Erfahrungsgemäß nimmt man sich eher zu viel vor (gerade als Anfänger), daher wäre mein Rat, die Pflanzen eher nach den natürlichen Bedingungen auszusuchen, als die Umwelt an Deine Wünsche anzupassen.
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)

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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von HeikeMareike » Do Jan 12, 2017 12:30

Hmm, was genau das jetzt für Pflanzen waren, weiß ich gar nicht. Ist schon ein Stück her. Aber ich schau das nächste Mal nochmal. Allerdings, was "Unkraut" angeht, bin ich in der Bestimmung nicht so bewandert. Eine Brennessel erkenne ich noch, aber dann hört's auch schon langsam auf.. Jetzt wo du es sagst, kommt mir der Begriff der Zeigerpflanzen übrigens auch aus dem Biologieunterricht wieder in den Sinn. Hab ich gar nicht dran gedacht :doh:

Naja, am Ende muss ich wohl wirklich einfach mal den Test abwarten und dann entscheiden, wie es weitergeht. Vielleicht mache ich mir hier ja auch Gedanken um ungelegte Eier. Trotzdem hat mir das alles hier wirklich sehr geholfen!
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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Mia » Fr Jan 13, 2017 00:38

Hallo Heike, :smile:

trau den Tests mal nicht zu viel zu. Frag jetzt schon mal herum, ob Dir wirklich ein Gartencenter kostenlos oder gegen kleines Geld den pH Wert bestimmt, wenn ja, ist es gut, dann kennst Du den, wenn nein, ist der Streifen aus der Apotheke ( Aquarienhandel) die einfachere Lösung! Du musst nur etwas Boden von Dir in einem Schälchen verrühren, gibst gesammeltes Regenwasser dazu, bis alles gut flüssig ist, tunkst den Streifen rein und ziehst ihn wieder raus. Dann wird der sich gelb, hellgrün, dunkelgrün oder blau verfärben, und anhand der beiliegenden Farbscala kannst Du den pH Wert dann selbst bestimmen/ablesen.

Lass Dich bitte nicht auf teure Bodenanalysen ein! Das Ergebnis ist hinterher für einen Laien absolut nicht lesbar, und die Angestellten in den Gartenfachmärkten können es in der Regel auch nicht. Ich habe hier, in diesem Forum, schon mal so ein teures Ding für einen Schreiber gedeutet. Trotz reichlicher Zahlung und versprochener Beratung, konnte er mit dem gelieferten Ergebnis nichts anfangen.
Also: Besser die Finger weg!
Was hast Du davon, wenn da steht: Molybdän < 3, normaler Wert zwischen 5-7? ( Ihr Wert lag bei 259 mg/Kilogramm, Vergleichswert ist 5669 -7898 mg Kg)
Und so ähnlich sind dann 10 Substanzen unter einander aufgeführt. Weisst Du dann, was du tun musst? - Nee, nicht?

Deutlich sinnvoller ist die von Carolyn vorgeschlagene Methode der Beobachtung der Zeigerpflanzen. Du weisst ja schon mal, was Brennnesseln sind. Brennnesseln wachsen in einem humosen, stickstoffreichen, oft warmen Gartenboden (häufig begleitet von Brombeeren). Ideal für Gemüse!
Du weisst sicher auch was Löwenzahn ist? Löwenzahn gedeiht auf kalkhaltigen, schweren und verdichten Böden. Der muss da raus mit seinen langen Wurzeln, und diese Böden brauchen Sand und Kompost.
Lies Dich ein in Zeigerpflanzen, dann erfährst Du etwas über Deinen Boden!

Ich stimme auch absolut Pusteblume zu, er schrieb:
Pusteblume hat geschrieben:„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie; und grün des Lebens goldner Baum“ (Goethe, Faust). Das will sagen, fang einfach mit deinem Garten an, so du ihn dir vorstellst. Nur so gewinnst du Praxis.
Und jetzt geh hin und hebe erstmal die Grasnarbe ab. Die Grasnarben kannst Du, Kopf nach unten, in einer stillen Gartenecke kompostieren.
Der nun freiliegende Boden unter der ehemaligen Grasnarbe sollte umgegraben werden. Die Erde, die jetzt zutage tritt, ist oft nicht sehr nahrhaft, also, hier brauchst Du Dünger. Aber Du hast zumindest Dein erstes eigenes Beet! :smile:

Lieben Gruß,
Mia
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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Yggdrasil » Fr Jan 13, 2017 01:21

Blöd nur, wenn die Zeigerpflanzen sich nicht an den Boden halten.
Bei mir gedeiht Löwenzahn im saueren sandigen Boden bestens.
Aber, ich will niemanden verwirren. Ich meine nur, dass man sich nicht immer auf die Zeigerpflanzen auch verlassen kann.
Selbst Unfähige können zu allem fähig sein.

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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Hapy » So Jan 15, 2017 01:25

Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling und eine Brennnessel zeugt nicht unbedingt von stickstoffreichem Boden. In einem Kleingarten kommen die Zeigerpflanzen gar nicht richtig zu Geltung, da ja ständig Pflegemassnahmen durchgeführt werden. Nur wenn sich eine Pflanzengesellschaft über mehrere Jahre entwickeln konnte, kann ich Rückschlüsse auf die Bodeneigenschaften ziehen.

Ich hatte vor Jahren sehr viel Löwenzahn im Rasen. Heute ist er so gut wie verschwunden. Ich habe ihn natürlich zwei oder drei Jahre konsequent ausgestochen und darauf geachtet, dass er so gut wie nicht zum Aussamen kam. Aber dass jetzt kaum Löwenzahn im Rasen wächst, ist sicher kein Indikator für die Bodenbeschaffenheit.

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Re: Kalk zum Düngen? Oder alternative Naturdünger?

Beitrag von Mia » Mo Jan 16, 2017 20:58

Hapy hat geschrieben:In einem Kleingarten kommen die Zeigerpflanzen gar nicht richtig zu Geltung, da ja ständig Pflegemassnahmen durchgeführt werden. Nur wenn sich eine Pflanzengesellschaft über mehrere Jahre entwickeln konnte, kann ich Rückschlüsse auf die Bodeneigenschaften ziehen.
Das ist ein kluger Kommentar von Dir, Hapy, finde ich. :smile: Jedenfalls wird Heike in ihrem alten, wilden Grundstück die entsprechenden Zeigerpflanzen finden, sofern sie hinguckt und sie bestimmen kann.

LG
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