Bärlauch überall

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Bärlauch überall

Beitrag von Hapy » Fr Apr 13, 2018 13:00

Der Bärlauch hat sich in den letzten Jahren in unserem Garten stark ausgebreitet.

Um ihn einzudämmen, habe ich in den Bereichen, in denen ich ihn nicht haben möchte, Sämlinge ausgerissen und größere Pflanzen weit vor der Blüte komplett abgeschnitten (und in der Küche verwertet) um die Pflanzen auszuhungern.

Die letzten beiden Jahre habe ich auch die Blütenstände vor der Samenreife abgeschnitten um ein weiteres aussäen zu verhindern. trotzdem finde ich auch dieses Jahr zahlreiche Sämlinge.

Daher meine Frage: Wie lange bleiben Bärlauchsamen in den Beeten keimfähig? Wie lange (wie viele Jahre) muss ich damit rechnen, dass noch Samen in den Beeten aufgehen?

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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Mia » Fr Apr 13, 2018 18:08

Relativ lange, Hapy. :smile:
Drei, vier Jahre?
Du scheinst einen guten und humosen Boden zu haben!
Daran sollte man auch eigentlich nichts ändern, aber etwas mehr Säure ( zum Beispiel aus Torf - Du kannst ja einen Guten, biologisch unbedenklichen nehmen nehmen - oder Säure aus Rhododendendünger) ) würde die Keimlinge schon vertreiben.
Je saurer das Milieu für Bärlauch wird, desto weniger Samen kommen hoch oder sie gehen als erwachsene Pflanzen ein.
Das muss ja dann nicht so bleiben. Wenn Du für zwei Jahre etwas ansäuerst, erholt sich der Boden im dritten, vierten, fünften Jahr wieder und wird wieder zu dem, was er vorher war.

LG
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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Mia » So Apr 22, 2018 18:32

Wie ist es denn jetzt eigentlich mit Deinem Bärlauch, Hapy? :smile:

Hast Du etwas angesäuert? Bärlauch mag wirklich etwas Kalk. Selbst wenn es anders aussieht, wenn man ihn so im Wald in feuchten Niederungen stehen sieht. Du kannst ihn tatsächlich umbringen, wenn Du die Erde etwas ansäuerst!
Unter Rhododendren, die die für sie richtige Erde haben, geht er ein.
LG
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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Hapy » So Apr 22, 2018 22:09

Nein, ich habe am Boden nichts verändert.

Bei dem dichten Wald von Bärlauchblättern wäre innerhalb von 9 Tagen natürlich auch gar keine Wirkung zu erwarten. Wenn, dann sind derartige Maßnahmen eher langfristig anzulegen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass die Pflanzen, die ich dieses Jahr aller Blätter beraubt habe, nächstes Jahr nicht wieder kommen (allerdings etwas geschwächt).

Mal sehen, wie es weitergeht.

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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Hapy » Sa Mär 30, 2019 20:11

Es ist wieder ein Jahr ins Land gegangen. Mittlerweile sind wir wieder dabei Bärlauch zu ernten.
In den Bereichen, in denen ich bereits im Vorjahr Pflänzchen ausgerissen habe sind auch dieses Jahr neue Pflänzchen aufgegangen, auch wenn seit drei Jahren keine neuen Samen in die Erde gekommen sind. an einigen Stellen verstehe ich nicht, wie die Samen dorthin gekommen sind. (Ameisen? oder über Kompost?) Ich entferne derzeit allen Bärlauch in den Bereichen, in denen ich ihn nicht haben möchte und werde dann später im Jahr wieder alle Samenstände entfernen um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Mia » Sa Mär 30, 2019 22:40

Ich sag ja: Erde ansäuern!
Je saurer das Milieu, desto eher flüchtet der Bärlauch. Obwohl er nicht so aussieht, wenn man ihn an Wildstandorten antrifft, braucht er Kalk. Reine Rhododendrenerde ist ist ihm ein Graus. Darin geht er bald ein ein.
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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Carolyn » Mo Apr 01, 2019 13:11

Ich nehme an, dass Bärlauch auch aus Wurzelteilen austreibt, die im Vorjahr noch nicht an der Oberfläche zu sehen waren, noch keine Blätter hatten. Ganz extrem ist so etwas ja beim Giersch, der selbst aus zwei Zentimeter langen Wurzelstücken wieder austreiben kann. Damit könntest Du ihn zwar durch ausrupfen und -buddeln zwar eindämmen, aber nicht ganz los werden.
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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Hapy » Di Apr 02, 2019 00:12

Mia: Im Garten gibt es Bereiche, in denen der Bärlauch wachsen darf und dort im Frühjahr eine dichte Blätterdecke bildet. Dort könnte über eine Veränderung des pH-Wertes nachgedacht werden. Aber dort ist sie nicht nötig.
Und es gibt andere Bereiche, in denen z.B. Frühlingsblüher wachsen, zwischen denen nun junge Bärlauchpflanzen wachsen. Eine Veränderung des pH-Wertes in diesem Bereich ist praktisch unmöglich, da dies natürlich nicht nur Auswirkungen auf den Bärlauch hätte, sondern auch auf die anderen Pflanzen, die dort wachsen. Ich möchte jedoch Schlüsselblumen, Leberblümchen, etc. dort haben. Da kann ich nicht mal schnell den pH-Wert des Bodens ändern. Apropos pH-Wert ändern: Da sollte zuerst der aktuelle pH-Wert bestimmt werden. Werde ich in den nächsten Tagen mal machen.

Carolyn: Bärlauch ist eine Zwiebelpflanze und hat daher keine Rhizome, die wieder austreiben könnten. Er vermehrt sich durch Samen, die wohl auch durch Ameisen vertragen werden und durch Brutzwiebeln, was zu einer gewissen Horstbildung führt. Wenn ich also eine Pflanze mit Zwiebel ausreiße (was bei Sämlingen möglich ist), dann ist die Sache erledigt. Wenn ich nur die Blätter entferne, könnte die Zwiebel noch soviel Kraft haben, ein weiteres Blatt zu treiben, um Vorräte für das nächste Jahr anzulegen. Konsequent alle Bärlauchblätter in den Bereichen, in denen er zwischen anderen Pflanzen wächst, erscheint mir die einzige Möglichkeit diese Bereiche bärlauchfrei zu bekommen

Ich habe in den letzten zwei oder drei Jahren jegliche Samenbildung unterbunden, aber es gehen noch immer jede Menge Sämlinge auf. Mal sehen, wie lange dies so weitergeht.

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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Carolyn » Di Apr 02, 2019 12:54

Wenn Du die Sämlinge samt Zwiebel ausreißt, bist Du Dir dann sicher, dass Du auch kleine Brutzwiebeln erwischt?
Ich kenne Bärlauchzwiebeln nicht (hier wächst keiner, ich mag ihn nicht und zu den Maiglöckchen im Garten wäre er auch ... unpassend :mrgreen: ), aber z.B. bei Traubenhyazinthen sind Brutzwiebeln oft so winzig, dass man sie unmöglich aus der Erde raussammeln kann. Trotzdem können diese Winzlinge im nächsten Jahr austreiben und dann ein, zwei Jahre später blühen.
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Re: Bärlauch überall

Beitrag von Hapy » Di Apr 02, 2019 22:52

Ich bin sicher, dass Sämlinge vorerst etwas anderes zu tun haben, als innerhalb von wenigen Tagen Brutzwiebeln zu bilden. Die müssen zuerst schauen, dass sie überleben können. Wenn ich so schaue, dann dürften es wohl die Pflanzen sein, die mindestens ein Mal geblüht haben, also zwei oder sogar drei Jahre alt sind, die hinreichend Kräfte haben, um Samen und Brutzwiebeln auszubilden.

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