Neugestaltung Garten

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Mia
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Neugestaltung Garten

Beitrag von Mia » So Apr 10, 2016 23:40

Hallo in die Runde! :smile:

Im letzten August bin ich umgezogen mit einer guten Bulliladung (früher nannte man die Dinger Bulli, heute heißen sie wahrscheinlich irgendwas englisches), also jedenfalls mit einem zusätzlichen, kleineren Umzugswagen ( zu dem LKW) voller Tüten, Töpfe, Tiegeln und vor allem Kübeln - mit Pflanzen. Schließlich lässt man nicht alles daheim, was man jahrelang päppelte, und muss sich dann für den neuen Garten alles, aber auch alles, neu kaufen. (Obwohl das wahrscheinlich preiswerter gewesen wäre, wenn ich jetzt überlege.)
Aber gut - ein bisschen Verlust ist immer. :oops:
Irgendwie habe ich auch gedacht, ich hätte alle Inhalte der Gefäße und Tüten im einzelnen im Kopf, könnte auch bald alles neu einpflanzen--- aber das war falsch gedacht.
Der neue Garten war einfach nur eine ewig nicht mehr gemähte Wiese, und der harte Boden darunter widersetzte sich jeder spontanen Bearbeitung. Ich bin auch nicht darauf gekommen, dass man nach einem Umzug zunächst Wichtigeres zu tun hat, als einen Garten anzulegen. Dass also zunächst das Bett stehen sollte und die Küche, dass vorher Wände gestrichen sind und Böden liegen, mit Fußleisten! Dass Lampen angebracht sind, damit man nicht im Dustern tappt, dass das Warmwasser ankommt, also erst mal die Heizung läuft... und... und... und.

Alle Kübel und Töpfe habe ich erstmal auf die Mauer zum Nachbargrundstück gestellt und das, was in Tüten war, in weitere Kübel eingeschlagen, auf die Idee, irgendwo Schildchen dranzumachen, bin ich nicht gekommen. Ich hatte ja alles im Kopf!

Irgendwann im Oktober war ich dann soweit, dass ich den Garten in Angriff nehmen konnte. In Winzschritten habe ich begonnen die Grasnarbe abzuheben, und darunter liegt so ungefähr der Altraum jedes Gärtners: dicker, schwerer Lehm!
Ich bin nicht weit gekommen, im Oktober. Ich konnte gerade mal ein paar Sachen von Dir auf EIN neues, kleines Beet einpflanzen, Carolyn, dann war Schluss.

Inzwischen habe ich einen jungen Mann, der mir hier im Garten helfen soll, insbesonders die Grasnarbe soll er abtragen, aber er hat nur wenig Zeit und kommt unregelmäßig. Ich selber komme mit dem Boden gar nicht klar, es ist alles zu hart und zu zäh... ich breche mir jedesmal einen ab, wenn ich da mit dem Spaten fuhrwerke. Bin bald in Schweiß gebadet, alle Knochen tun mir weh und bin nicht viel weitergekommen. Aber immerhin, ein paar Quadratmeter haben wir schon geschafft!

Und nun rächt sich mein Leichtsinn aus dem letzen Jahr: Die Pflanzen, insbesonders Stauden, haben alle in den Kübeln überwintert - und ich weiß nicht mehr was drin ist! Ich habe absolut keine Ahnung!
Bedeutet: Ich buddel die jetzt halbherzig irgendwo ein, ahne nicht was rauskommt, ob die am neuen Platz überhaupt richtig sind und ob ich sie nicht - fast - alle wieder umsetzen muss. Das ist frustrierend! Gottseidank kann ich zum Beispiel Minze direkt am ersten Austrieb erkennen und weiß, dass die in den Kübeln bleiben müssen. Die pflanze ich also gar nicht erst aus.
Gerade bei den Iris habe ich mich selber so reingelegt! Die Rhizome waren beim Umzug in Tüten und die Tüten schon noch nach Pflanzenhöhe und Farbe beschriftet. Aber als ich die Rhizome hier für den Winter eingeschlagen habe, habe ich nicht mehr darauf geachtet. Ich weiß also überhaupt nicht mehr, ob die kleinen Nana-Iris hinten oder vorne stehen, welche Iris wo -- und ob ich sie überhaupt noch alle beisammen habe. :doh: Gottseidank habe ich im letzten Herbst schon die Päonien eingepflanzt, also, diese Sorge bin ich los. Dafür habe ich garantiert einiges was hoch wächst vorne stehen, solches was klein bleibt hinten, manch kleine Sträucher konnte ich überhaupt nicht mehr identifizieren... FURCHTBAR!!!

Hinzu kommt die Sache mit dem Boden. Ich habe also hinten eine Gartenfläche, vielleicht 200 Quadratmeter, da ist der Boden feucht, dick und lehmig, wenn er trocken wird: knallhart. Übrigens: Regenwürmer ohne Ende! Ich frage mich, wie die das in dem Lehm aushalten, wenn der so trocken wird? Ich mag in diesen pappigen Lehm keine Iris pflanzen, ich habe Angst, die ersaufen mir alle, wenn es längere Zeit feucht bleibt. Also habe ich unter die Iris jeweils ein Nest aus Sand, Feldsteinen und Schotter gelegt. Bis jetzt kommen sie gut, sie mögen es ja, wenn ihre Rhizome steinig/durchlässig stehen.

Dann habe ich ein Beet an der Südostseite, das ist unter der Dachtraufe und bekommt so gut wie keinen Regen. Ich habe sofort entschieden, dass dort Mittelmeerkräuter hinkommen. Leider ist der Lehmboden dafür herzlich ungeeignet. Ich habe zig Eimer Sand eingearbeitet, etwas Kies, und will jetzt mal gucken, ob sich Rosmarin, Thymian, Salbei, Bergbohnenkraut und Oregano wohlfühlen werden. Blöderweise machen mir Zeigepflanzen einen Strich durch die Rechnung. Was meint Ihr, was dort in diesem Frühjahr wild gekeimt ist? - Jede Menge Veilchen und Akelei!
Aber gut, vielleicht sind das Samen aus den letzten Jahren und die haben noch nicht mitbekommen, dass die Regenrinne repariert wurde und ab diesem Jahr keineswegs mehr Undichtigkeit von oben für ihre Wurzelfeuchtigkeit sorgen wird.
Aber mich macht das regelrecht fertig, wenn solche Samen für mich am falschen Ort keimen. Ich meine, wenn das ein Revier für Veilchen und Akelei ist, gehören Mittelmeerkräuter da nicht hin. Oder sind die Samen falsch, weil sie die neuen Bedingungen noch nicht mitbekommen haben? - FURCHTBAR!

Vorne habe ich zwei ganz neue Beete. Sie entstanden durch einen Abwasserrohrbruch im Keller. Eine Firma mit Bagger musste kommen, die Rohre ausbaggern und ersetzen. Bevor sie dann überall wieder Pflaster draufgemacht haben, habe ich angeregt, zwei kleine Beete direkt am Haus zu belassen. So. Das ist nun volle Südseite, die Beete liegen unter der Dachtraufe und bekommen keinen Regen. Ich könnte den Mann von dem Gartenbaubetrieb, der das alles gemacht hat, lynchen, für die Erde, die er da rein getan hat. Aber ich war erstmal so begeistert, dass die Abwasserrohre alle wieder funktionieren, dass ich auf die Erde gar nicht geguckt habe. Der hat also den schlimmsten Lehm eingefüllt, den er finden konnte, wirklich von irgendeiner Wiese, noch mit Quecken, Gras und Moos drin. Das Zeug ist so hart, dass ich es nicht bearbeiten kann. Mit den getrockneten Lehmbrocken könnte man Fensterscheiben einwerfen. Ich habe davon ganz viel weggeklaubt, durch Sand und Humus ersetzt. Jetzt denke ich darüber nach, wie ich im Keller einen Schlauch anschließe, der dann halbwegs vorne rauskommt, damit ich die Beete bewässern kann, denn sie bekommen wirklich gar keinen Regen. - Ich glaube fast, Pflaster an dieser Stelle wäre besser gewesen. - FURCHTBAR! :wink:

Lieben Gruß,
Mia
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Carolyn » Mo Apr 11, 2016 00:18

Als Erste-Hilfe-Maßnahme: Von den Stauden, Sträuchern und Knollen hält es das meiste für ein oder zwei Jahre auch im Kübel aus. Es wird darin nicht besonders gedeihen, aber überleben. Und Du gewinnst Zeit, den Boden vorzubereiten und zuerst mal zu gucken, was was ist von dem Grünzeug. Lass Dich nicht hetzen von den Gegebenheiten, die Du nur nach und nach ändern kannst!

Ggf. säe ich halt wieder Dahlien aus. :wink: Und wenn Dir Narzissenzwiebeln fehlen sollten (ganz simpel gelb blühende), mit denen weiß ich eh nicht wohin, weil sie sich bei mir vermehren wie Unkraut. Hyazinthen kannst Du auch haben (nur in rosa, nur die vermehren sich auch wie Unkraut, warum auch immer). Und jede Menge anderes Zeug treibe ich auch für Dich auf. :wink:

Für Lehmboden würde ich übrigens eher eine Grabegabel (mit langen, schmalen Zinken!) als einen Spaten empfehlen. Da müssen nur die Zinken in den Boden und nicht das ganze Blatt und die Brocken zerbröseln zumindest zum Teil schon von selber bzw. lassen sich leichter zerstechen. Wobei es auch dann immer noch eine Plackerei bleibt. Hab erst gestern wieder einen Stiel abgebrochen beim Ausgraben eines Wurzelstocks. :lol: Hebelkraft!

Veilchen und Akelei säen sich übrigens nicht nur aus, sie kommen vor allem wieder aus den Wurzeln! Wenn sie dort also in den letzten Jahren wuchsen und Du die Wurzeln nicht fein säuberlich entfernt hast, dann stehen die da noch, weil sie da schon "immer" standen! Auch wenn es ihnen da jetzt nicht mehr passt. Veilchen stehen bei mir übrigens auch an der Wand der Garage, wo jede Menge Steine im Boden sind, so dass dort unmöglich mit Spaten oder Grabegabel in den Boden zu kommen ist.

Also, Geduld, das wird schon. Auch wenn es verd... viel Arbeit ist. He, mit einem quasi aussichtslosen Garten kenne ich mich aus! :lol:
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Mia » Mo Apr 11, 2016 23:11

Nee, klappt nicht Carolyn, :smile:

ich habe meinem nervigen Nachbarn versprochen, dass spätestens Ende März ein Zaun auf die Mauer kommt und die Pflanzkübel leergeräumt und verschwunden sind. Ende März - das war letzte Woche. :oops: Also, die können da nicht mehr lange bleiben. Sind auch nicht mehr soo viele, nur noch sieben oder neun, oder so. :wink:
Ich muss halt gucken, dass ich jetzt mehr Quadratmeter in dem alten Rasen gewinne. Und wenn ich nochmal eine Anzeige aufgebe, dass mir irgendwer hilft. Ja, das werde ich tun!
Gerade bin ich übrigens stinkesauer auf das neue Hundi! Hat mir mal eben (war heute Abend eine Stunde allein im Garten) vieles was ich eingepflanzt hatte wieder ausgegraben. Dabei sicher zwei Pflanzen völlig ruiniert. Aber gut, das ist halt so bei jungen Hunden. Er wird es lernen, wie auch alle anderen Hunde vor ihm. - Frustrierend ist es doch.

Ja, Narzissen kannst Du gerne einpacken, die können ja auch einfach in die Wiese. Mit Hyazinthen stand ich bislang immer auf Kriegsfuß, sie gediehen bei mir NIE. Aber gut, vielleicht ist das hier bei diesem Boden anders. Trotzdem, behalte die lieber selbst. Ich bin vermutlich ein Hyanzinthenvernichter.

Grabgabel habe ich, werde ich morgen mal testen, aber bis jetzt kämpfe ich ja immer noch mit dem Schei**rasen!
Ja, Geduld, das wird schon!
Meine Güte, wenn ich zurückdenke! Was liebe ich doch im Nachhinein andere Gärten, die ich schon mal hatte!

Aber so wie Du mir alles mögliche androhst - was ich übrigens sehr gerne nehme!- werde ich Dich mit Samen vollstopfen! Ich werde schon noch den richtigen Ton treffen, dass Du auch ordentlich was von mir nimmst!

Für heute einen lieben Gruß,

Mia
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von roccalana » Mi Apr 13, 2016 20:26

Hallo Mia :hallo:
darf ich sagen: "Herzlich willkommen im Club" :;)2:
Mit einem so tollen Boden, geht Dir die Arbeit nicht aus, garantiert. :!:
Da Du jedoch viel Ahnung hast, hast Du sofort mit Sand und Kies begonnen, ich hatte mir damit 3 Jahre Zeit gelassen :@2:
Zusätzlich zu dem, was Carolyn schon geschrieben hat, könnte ich noch hinzufügen, dass Du Blumenkübel (die, von denen Du nicht weißt, was darin ist), auch einfach direkt auf die Wiese stellen könntest. Das sieht meistens doch auch schön aus :nod2:
Was die "Mittelmeerkräuter" anbetrifft - die stehen bei mir auch einfach in der hier "normalen" Erde, ohne Zusatz von Sand oder Kies, und bis auf den Lavendel an den Obstbäumen wachsen sie alle sehr gut. :nesaitpas:
Was übrigens auch für unsere Iris gilt. Wir haben eine weiße, wilde Sorte, sowie die schönen blauen - keine hat besondere Erde bekommen.
Ich wollte Dir damit jetzt nur sagen, dass diese Sachen vielleicht gar nicht so überempfindlich sind.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg
Rita :soleil:
Wer nicht ganz dicht ist, ist wenigstens für alles offen!

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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Mia » Mo Apr 18, 2016 00:06

Hallo Rita, :smile:

danke für Deine aufmunternden Worte bezüglich des Lehmbodens! Übrigens habe ich Dir hier an irgendeiner Stelle dieses Forums einen langen Liebesbrief geschrieben, auf den ich immer noch Antwort erhoffe. Guck mal nach bei all den Themen, die Du hier angefragt hast.
Ja, ich bin relativ schnell mit Kies und Sand, auch mit Mulch. Habe jetzt den ersten Rasenschnitt dieses Jahres unter die kleine Hecke gepfeffert, auf den Giersch, der sich da ausbreitet; der Mulch soll den Boden warm und locker machen, damit ich den Giersch leichter rausziehen kann. Im schweren Lehmboden pappt der ja wie Sau und alle Wurzeln brechen ab. - Um dann aus jedem Wurzelrestchen neu zu erstehen! Diese Schweinepflanze! Kann sie nicht einfach eingehen, wie es eine anständige Iris auch machen würde? - Aber nein!
Ich traue dem Boden hier nicht - den ich ja auch kaum kenne! - um Iris einfach so in die feuchte, schwere Pampe zu pflanzen.
Die bekommen alle ein Nest aus Sand und Schotter. Scheint auch gut zu gehen, jedenfalls treiben alle wieder aus.
Ich traue mich auch nicht, Mittelmeerkräuter in diesen Lehm zu setzen, ständig karre ich von irgendwo Sand an, bis ich das Gefühl habe, es könnte jetzt richtig sein.
Möglicherweise gibt es ja einen Unterschied zwischen dem italienischen Lehm und dem in Ostwestfalen-Lippe?

Für heute einen lieben Gruß,
Mia
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Carolyn » Mo Apr 18, 2016 10:22

Also bei mir stehen die Iris auch in schwerem Lehmboden, schon solange ich denken kann am selben Fleck. Ich glaube irgendwie nicht, dass meine Mutter (oder schon mein Opa?) da den Boden irgendwie verändert hat. Als ich die wuchernden Iris gezähmt habe ist mir da jedenfalls nichts aufgefallen.

Aber mir ist noch ein Strauch eingefallen, der für Dich passen könnte: Wie wäre es mit Bauernjasmin/Pfeifenstrauch? Den kann ich zwar eher nicht fertig ausbuddeln, sonst kommt mit einer Wahrscheinlichkeit >90% ein weißer Flieder dabei raus *g*, aber ich könnte entweder für Dich Steckhölzer schneiden oder aber Dir sogar aus Steckhölzern einen Jungstrauch ziehen.
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Mia » Mo Apr 18, 2016 20:43

Ist lieb, Carolyn, :smile:

aber nein, nein, nein, KEIN Pfeifenstrauch! Ich habe ja nur 200 Quadratmeter Garten. Der letzte Pfeifenstrauch, den ich hatte, war drei Meter hoch und auch ebenso breit. Dazu ( für den Platz) sind es mir die Blüten im Frühjahr nicht wert.
Ich muss in diesem kleinen (Garten-) Zipfel ganz bewusst planen. Hinten, in die Nordwestecke, kommen drei Tannen. Da kommt eh keine Sonne her, auch wegen des Schattenwurfs des Nachbarhauses, bzw. wegen einer großen Kastanie. Die Tannen nehmen zwar auch ordentlich Raum weg ( und blühen noch nicht mal :wink: ), aber unter ihnen und um sie herum kann ich dann einen Schattengarten mit leicht saurem Boden anlegen. Da wachsen dann ganz andere Pflanzen, als ansonsten im kalkhaltigen Lehm. Und wenn sie größer werden, kann ich ihre unteren Zweige ja auch absäbeln, so dass mehr Licht auf den Boden fällt. Ich sehe die Bepflanzung schon genau vor mir.

Nach rechts, die längere Gartenkante entlang, wird es dann sonniger.
Dort habe ich jetzt zwei verschiedene rosa Schneebälle, und wo es noch sonniger wird, Buddleja. Es folgen nun normale Beerensträucher, bis es wieder um die Ecke geht. Die Ecke ist der Platz für die Forsythie. Die darf auch hoch und ausladend werden, denn ich brauche hier einen Sichtschutz zu meinem 'nervigen' Nachbarn. So ist es auch an der kürzeren Gartenkante, die nun folgt. Da habe ich bis jetzt eine Zierquitte - von Dir - eine Zierjohannisbeere, und dies rot fruchtende Zeug, was so gesund sein soll, Himmel, wie hieß das noch? - Bocksdorn!
Auf der anderen Seite der Tannen ( wieder Kurzseite) schließt sich ein auberginefarbener Holunder an, dann kommen wir wieder in die volle Sonne und es folgt eine überhängend wachsende Buddleja mit helllila Blüten. Sie steht nahe dem Kamm einer Natursteinmauer und kann ihre Triebe einfach nach unten baumeln lassen.

Simplen Ilex brauche ich! Falls Du den hättest? Für meine Tannenecke hatte ich einen gekauft, der ist mir über den Winter im Kübel eingegangen. Hier finde ich keinen wilden Ilex. Natürlich bin ich im Herbst suchen gegangen, bevor ich diesen kaufte, aber erfolglos. Das ist übrigen sehr interessant! Links vor der Warburger Börde verläuft eine Klimagrenze! Links davon wächst noch Ilex wild, und rechts davon eben nicht mehr. Kein Wunder, dass ich hier keinen fand!
Ich habe jetzt augenblicklich keine Lust nach oben zu gehen, und diese kleine - für mich neue - Broschüre herauszusuchen, in der das alles drinstand. Morgen, wenn ich gesucht habe, schreibe ich darüber mehr. Ich kann nicht einfach hochgehen und das Ding greifen. Weil dies hier auch Tourismusgebiet ist, gibt es hier tausend Broschüren und Faltblätter, die liegen oben alle in einem Korb, und ich müsste richtig nach der EINEN feste suchen.
Ich glaube aber, dass sich jetzt die Grenzen verschieben, weil auch hier der Klimawandel gegriffen hat. Der Ilex wird weiter nach rechts wandern und auch bald hier heimisch sein. Deshalb kann der auch zu den Tannen in meinen Garten.

Tja, mit dem Lehm hier bin ich noch nicht wirklich Freund. Und bevor mir eine Iris eingeht, stelle ich sie lieber trockener. Wenn ich sicherer werde, kann sie sie ja auch mal in die Pampe pflanzen.

Für heute einen lieben Gruß,

Mia
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Carolyn » Di Apr 19, 2016 05:02

Mia hat geschrieben:Die Ecke ist der Platz für die Forsythie. Die darf auch hoch und ausladend werden, denn ich brauche hier einen Sichtschutz zu meinem 'nervigen' Nachbarn.
Genau daran dachte ich beim Pfeifenstrauch. :wink: Bei mir stehen sie auch quasi nebeneinander, deswegen kam ich ja auf die Idee, als ich die Forsythie für Dich ausgebuddelt habe.

Ilex habe ich hier in freier Wildbahn noch nie gesehen, ich kenne ihn eigentlich kaum. (Wenn ich den entsprechenden Eintrag auf der BG-Hauptseite lese wundert mich das auch nicht, der erfriert hier.) Aber da ich vor habe, etliche meiner überzähligen Paprikapflanzen auf Tauschmärkten los zu werden kann ich dort ja mal Ausschau halten, er ist ja nicht wirklich zu verwechseln. Nächsten Samstag bin ich leider nicht da, da wäre Tauschbasar im Nachbarort. :???:
Auf der Hauptseite steht, dass man ihn im August durch Stecklinge vermehren kann. In der Stadt weiß ich einen Parkplatz, an dessen Rand ein großer Ilex steht. Falls Du also bis dahin keinen hast wäre das eine Option.
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von JürgenKL » Di Apr 19, 2016 13:58

Hallo Mia,

da hast du ja viel vor dir. Aber ich denke auch, dass das alles zu schaffen ist. Die Idee mit den Kübeln beispielsweise ist sehr gut, wir haben das auch so gemacht bzw. machen müssen, aufgrund des Bodens. Und es sieht wirklich bezaubernd aus. Ist auch mal "etwas anderes". Ich bin gespannt, wie sich dein Garten-Umgestaltungs-Abenteuer entwickelt.

Gruß,

Jürgen

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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Mia » Mi Apr 20, 2016 22:31

Danke, Jürgen! :smile:

Ich weiß auch noch nicht, wo mein neues Gartenabenteuer hingeht. :wink:
Lieben Dank für die Iris und die Forsythien, Carolyn! Nachdem sie heute völlig vertrocknet ankamen, habe ich sie erst mal in einen Eimer mit Wasser gestellt. Mögen sie sich erholen!- Aber sie werden es auch schaffen! :wink:

Mit den Paprikasamen überlege ich, ob ich nicht tatsächlich noch EINIGE Monate warte. Wenn Du sie eh erst für nächstes Jahr haben willst? Grund: Diese sind jetzt zwei Jahre alt, und sie keimen um so besser, je frischer sie sind. Ich meine, ich kann Dir die schicken, aber lass mir besser nochmal ein paar Monate, ich treibe bestimmt noch diesjährige frische Samen des orangen Lieblingszeug auf, die dann im nächsten Februar gut keimen. Was hältst Du davon?
Sonst schicke ich sie morgen oder übermorgen, Du kannst ja immer noch versuchen, sie für dieses Jahr anzuziehen? Soo spät ist es ja noch nicht?

Der Pfeifenstrauch wird einfach rasch zu hoch. Und ist dazu dicht belaubt. Vom Garten des nervigen Nachbarn kommt leider auch sie Morgen- und Mittagssonne, also, ich würde mir da einen Riesen-Schattenspender hinpflanzen. Die Sträucher dort sollen schon höher wachsen, und auch dicht werden, aber so auf 1,50 sollen sie aufhören. :wink:

Mit dem Ilex, das ist schon eine interessante Sache, die ich auch nicht wusste: Er braucht das atlantische Klima, was in Mitteldeutschland vorherrschend ist. Ich kenne Wälder seit meiner Kindheit nie ohne Ilex, und dass der auf einmal fehlen sollte, ging mir gar nicht in den Kopf! Aber es ist so. Hier haben die Winter ( bis jetzt jedenfalls) immer mal wieder hohe Frostspitzen, und dann friert der ab, bzw. siedelt sich gar nicht an. Dafür gibt es hier ein anderes signifikantes, wildes Pflänzchen im Walde, was den Einfluss des kontinentalen Klimas verdeutlicht: das Leberblümchen. Wo sie wachsen, wächst kein Ilex. - Irre, finde ich! Da kann man einfach schon an den deutschen Pflanzen die groß angelegten Klimawerte erkennen!

Schneide jetzt nichts ab von dem Ilex am Parkplatz! Ich versuche anderweitig an kleine Pflänzchen zu kommen. Und wenn das bis August nichts wird, ist immer noch Zeit, Stecklinge von dem zu nehmen. Sie bewurzeln dann wirklich eh am besten. Übrigens auch Rosensteckis!

Lieben Gruß,
Mia
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Carolyn » Mi Apr 20, 2016 23:06

Mia hat geschrieben:Die Sträucher dort sollen schon höher wachsen, und auch dicht werden, aber so auf 1,50 sollen sie aufhören. :wink:
Forsythie mit nur anderthalb Metern? :paranoid: Na, viel Spaß! :mrgreen:
Mia hat geschrieben:Dafür gibt es hier ein anderes signifikantes, wildes Pflänzchen im Walde, was den Einfluss des kontinentalen Klimas verdeutlicht: das Leberblümchen. Wo sie wachsen, wächst kein Ilex.
Tja, einen Wald ohne Leberblümchen wirst Du hier dafür kaum finden. *g* Außer er hat keine entsprechenden "Sonnenflecken" natürlich.


Nein, ich werde momentan keinen Paprika mehr ansäen. Ich habe eh zu viel Paprika von zwei Sorten (noch nicht pikiert) und auch noch jede Menge anderer Sämereien, die gesät werden wollen. Dazu haben wir am Dienstag gerade mal zwei Drittel der Fläche umgegraben und von Wurzelunkräutern befreit, auf die die Kartoffeln sollen. Immerhin mehr als in den letzten Jahren passiert ist. Aber es wartet halt auch noch VIEL Arbeit.
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Re: Neugestaltung Garten

Beitrag von Mia » Do Apr 21, 2016 00:30

Mal nicht meckern wegen der Höhe der Forsythie!
Die sind ja oben "lose".
Also, die Zweige stehen auseinander und bilden KEIN zusammenhängendes dichtes Blattwerk.

Lieben Gruß,

Mia
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