Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

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saalka
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Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von saalka » Sa Jun 30, 2012 21:21

Hallo,

zunächst einmal: ich bin ganz neu hier und auch unter den glücklichen Menschen, die einen Garten haben.

Wir haben einen Kleingarten übernommen, der ziemlich gepflegt ist, wobei vor allem trockener, vermooster Rasen und ein bisschen Beet drauf ist. Ringsrum eine Hecke aus Liguster.
Drei Halbstämme gibt es auch: Pfirsisch, Kirsche, Sauerkirsche. Und Johannisbeerensträucher, allerdings in Beetform.

Jetzt ist mein Wunsch, das ganze in einen Biogarten umzugestalten der meinen Kindern und Tiergästen gefällt. Ich wünsche mir Igelgäste, Bienen&Co-Weide, Eidechsen,...
Und es wäre ideal, wenn sich das ganze (nach einer Zeit) relativ unkompliziert bewirtschaften lässt.

Gibt es einen erprobten Plan, womit ich anfangen sollte und welche Pflanzen wo hin gehören? Was man überhaupt nicht machen darf? Was unbedingt?
Hat jemand von Euch Erfahrenen einen Buchtipp für mich?

Vermutlich ist das eine viel zu umfangreiche Frage aber wer weiß...


Jedenfalls: ich bin für jeden Rat dankbar, denn so soll die Fläche nicht bleiben.

Schöner Gruß, saalka

Wasnun
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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von Wasnun » So Jul 01, 2012 07:46

Hallo Saalka,

willkommen im Forum.
Kleingarten soll Biogarten werden

sehr löblich, derartige Entschlüsse helfen der ganzen Welt, ich drücke Dir dazu alle Daumen.

Ich denke hier wirst du sicherlich genug Tipps bekommen um Dein Vorhaben anzugehen.
Deine Anfrage selbst ist sehr kurz und weitere Infos wären sicherlich dienlich, um sich ein Bild daraus machen zu können.
Soll das ganze ein Nutz- oder Ziergarten werden?
Wie ist die allgemeine Bodenbeschaffenheit... eher sandig, eher lehmig, ist der Boden eher dunkel oder eher hell, eher sonnig oder eher schattig usw.
Welche Dünger wurden vor eurer Zeit verwendet und wie hoch ist der Düngegehalt im Boden derzeit? Gibt es eine Bodenanalyse? Eine Bodenanalyse würde ich als erstes empfehlen.
Vielleicht ist es möglich einige Bilder vom Garten hier einzustellen, Bilder sagen mehr als tausend Worte.
in bester Absicht, euer Wasnun

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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von Carolyn » Mo Jul 02, 2012 10:31

Hallo Saalka,

ich schließe mich den Willkommensgrüßen aber auch dem Ausfragen von Wasnun gleich mal an :mrgreen: :
Wie sieht die Kleingartenverordnung aus (falls es so etwas gibt), ist z.B. vorgeschrieben, wieviel Beetfläche und wieviel Rasenfläche sein muss? Ein Heim für Insekten und anderes Kleingetier wirkt auf Außenstehende gerne ein wenig wild, wie sieht es da mit den Nachbarn aus? Wenn Du den Rasen in eine Blumenwiese verwandelst (z.B.), regen sich dann Nachbarn über den Flug von "Unkraut"-Samen auf? Wie "ticken" die Nachbarn und der Kleingartenverein überhaupt, sind das Ordnungsfanatiker oder lockere Leute?
Wie alt sind Deine Kinder, brauchen sie Platz zum Fußball spielen o.ä. und zum Rumtoben? Gibt es in eurer Familie Allergien oder Unverträglichkeiten auf bestimmte Pollen usw.? Fotos oder zumindest eine Skizze mit Himmelsrichtungen wären wirklich eine klasse Idee, hochladen kannst Du sie direkt hier im Forum (unter dem Antwortfeld auf "Dateianhang hochladen" klicken und den Anweisungen folgen, ggf. fragen :wink: ).
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)

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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von Toffimum » Mo Jul 02, 2012 16:07

Moin,moin!
Mein Buchtipp wäre: Der Bio-Garten von Marie-Luise Kreuter
Ich habe selber einen Kleingarten und der wurde neu angelegt.Also konnten wir da gleich biologisch düngen und auch auf
die richtige Pflanzenauswahl achten.Ein guter Kompost ist wichtig und ein Teich(wenn möglich) wäre nicht schlecht-wegen der Amphibien. :nod:
Viel Erfolg wünsche ich Dir :daumen:
Der Mensch stolpert nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von saalka » Do Jul 05, 2012 11:12

Hallo und vielen Dank für das Willkommen!

Die Fotos sind vom Gartenzaun aus gemacht, heute bekommen wir den Schlüssel.

Was ich schon weiß:
das Grundwasser hat erhöhten Nitratwert
die Vorbesitzerin hat einen Kompost in so einer grünen "Turbokiste" (ich kenne Kompost nur zwischen Brettern von früher, sind die Kisten besser?)
Ringsrum ist diese Hecke, die am Zaun auch niedrig bleiben muss (Vorschrift).

Zu den Vorschriften hat die Vorbesitzerin und eine Nachbarin gesagt, dass da nach Übergabe kein Hahn mehr danach kräht. Im Blatt steht, jeweils ein Drittel Anbau, Erholung und Versiegelung.

Meine Kinder sind 10 und 6, den mit überschriebenen 3 m Pool würden sie gern behalten. Der stand bisher auf der kiesigen Fläche, die man auf einem Foto sieht.
Ansonsten möchten beide ihr eigenes Beet und eine Hängematte.
Ein Teil der jetzigen Rasenfläche möchte ich gern als Wiese haben, die zum lümmeln einlädt. Ein anderer Teil kann gern der Wildnis zur Verfügung gestellt werden. ;-)

Was die Nachbarn angeht, bzw. das generelle Klima: es scheint entspannt zu sein, ich habe einige Gärten gesehen, die "ungepflegt" aussehen und wir haben abgesehen davon auch noch ein Randstück an der Ecke.

Vermessen ist noch nichts, das kann ich gern tun ab heute abend, hurra!

Es gibt zur Zeit ein paar Kartoffel-Tomatenbeete im hinteren Teil, vorn sieht man auf den Fotos ganz gut.

Danke auch für den Buchtipp, das werde ich gleich in der Bibo suchen heute.


Erst mal schöne Grüße, saalka
Dateianhänge
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vom tor aus
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kiesboden wegen bassin
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Der Rasen sieht trocken und vermoost aus
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Mia
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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von Mia » Do Jul 05, 2012 23:06

Hallo Saalka, :smile:

das ist ja ein richtig süßer Kleingarten! Mich persönlich entzückt er, denn die "biologische Wildnis" nach der Du Dich sehnen magst, die kommt von selbst. :wink: Ihr Entstehen sollte allerdings etwas gesteuert ablaufen - deswegen fragst Du hier ja auch nach, gell? - sonst gibt es hinterher viel Arbeit und viel Frust. Dein Anliegen ist gut, und deshalb fantasiere ich jetzt mal drauflos!

Bei Kinder in diesem Alter würde ich einen schönen Rasenbereich in jedem Fall stehenlassen, der als Spiel- und Tobefläche dient. Auch um das Wasserbecken muss der Rasen bleiben. Regelmäßig abmähen ist hier angesagt.
Wenn Du das als frei wachsende Wiese haben wolltest, würden die Kinderfüße im Sommer die Stängel niedertrampeln. Das sähe unschön aus, wäre auch für die Pflanzen nicht artgerecht. Auch für die Kinder ist es nicht schön, in einer hohen Wiese meinetwegen Federball zu spielen. Also, nicht "Wiese", die zum lümmeln einläd, sondern "Rasen".

Wenn Du den Rasen zur Hecke hin nicht abmähst, wird das Gras im Sommer dort (über?) einen halben Meter hoch. Brennnesseln siedeln sich an, wilde Brombeeren und Disteln. Gegen einen Brennesselbereich ist in einem Biogarten nichts einzuwenden, er sollte nur in einer Ecke sein, mit der man eh nichts anfangen kann.
Aber was ist mit den Brennnesseln, Brombeeren und Disteln im Wiesenbereich? Damit sich die nicht ansiedeln, müsstest Du den Boden "vermagern". Also: Rasensoden abtragen, Sand und Kalk rein, und niemals auch nur etwas Grünzeugreste liegen lassen, denn das düngt! Siehe dazu in unserem Glossar unter "Naturwiese" nach. http://www.bio-gaertner.de/frm/viewtopi ... 985#p27985
Dort findest Du auch einen link zum "vermagern"

Wobei Disteln und Brombeeren - zwar nicht so gerne - auch mageren Boden nehmen. Also, nachgucken und ausrupfen musst Du immer. Von daher ist es vielleicht auf Dauer einfacher, eine natürliche Wiese in Ecken erst gar nicht entstehen zu lassen, sondern bis zur Hecke zu mähen. Ein buntes Stück Blumenwiese kann ja auch in der Mitte des Gartens sein, wo stachelige Kerle wie die oben genannten, sich nicht im Schutze der Hecke breitmachen können.

Dann würde ich die Hecke untersuchen nach Lichteinfall. Man kann den Rasen davor abtragen, und rundherum, die ganze Hecke entlang, Blumen-und Staudenbeete anpflanzen, wie in einem alten Bauerngarten. Etwas Patz zur Hecke muss schon sein, denn die muss ja geschnitten werden, vielleicht kannst Du da 30 cm große Bodenplatten hinlegen? Und davor halt ein Blumenbeet in beliebiger Breite. Im ersten Jahr vielleicht nur 50 cm, im nächsten 70... wie Du es haben möchtest.
Immer die Rasensoden abheben (weg damit zur Kompostierung!), einmal gründlich umgraben, und schon kannst Du pflanzen! In der Regel ist Rasenboden gut gedüngt, weil über Jahre vom Grasschnitt immer etwas liegenblieb. Ansonsten oberflächlich etwas Kompost aus der grünen Tonne einarbeiten, und dann teste erst mal, wie die Blumen kommen.

Jetzt komme ich zurück auf den Lichteinfall. Dort wo die Hecke starken Schatten wirft, müssen natürlich andere Pflanzen stehen, als dort, wo der Boden vor der Hecke ständig sonnenbeschienen ist. In strengen Schattenbereichen ist der Boden oft sauerer als in sonnigen Arealen. Für Schattenbereiche eigenen sich deshalb Azaleen, Farne, andere Schattenpflanzen---- musst googeln!
In Sonnenbereichen wachsen alle bunten Bauernblumen, zwischen ihnen auch noch Salat wenn Du magst... :wink:
Ist der Boden extrem heiß und trocken, ist er gut für Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Oregano geeignet.

Für Eure Gemüsebeete suchst Du Dir eine schöne, sonnige Stelle im - noch jetzt vorhandenen - Rasen.
Hier auch: Rasensoden abheben, Boden umgraben, Kompost drauf, über Winter Mulch drauf - fertig! Im nächsten Jahr könnt Ihr säen und pflanzen! Im Frühjahr die Mulchreste abtragen, den Boden mit einem Sauzahn oder einer Gartenkralle lockern, ggf. Hornspäne einarbeiten, etwas Rinderdung aus der Tüte, etwas reifen Kompost aufbringen -- los gehts!

Die Kartoffel- und Tomatenbeete, die Eure Vorgängerin angelegt hat, würde ich halten. Tomaten wachsen sehr gerne an Orten, an denen schon ihre Vorgänger standen. Sie mögen ihre eigenen Ausdünstungen!
Statt der Kartoffeln kannst Du da jetzt andere Gemüse pflanzen, die - sofern sehr nahe zu ihnen - mit Tomaten gut klarkommen.

Marie-Luise Kreuters Biogarten ist ein SUPER Buchtipp! Wenn Du das Buch gut gelesen hast, weisst Du vieles mehr!

Gutes Gelingen wünscht
Mia

Ach so, noch zu den Rasensoden: Mit der Nase nach unten übereinander aufschichten und sie so kompostieren!
Das kann in der grünen Tonne, aber auch ausserhalb separat geschehen! Wenn außerhalb, dann noch Falllaub und Grasschnitt drüber!
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

fiddler
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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von fiddler » Fr Sep 07, 2012 23:43

Hallo Saalka,
ich bin jetzt nicht so der wissende Bio-Gärtner, mehr so der "Versuch-und-Irrtum-Gärtner mit Bio-Ambitionen", aber ich will mal ein paar Gedanken aufschreiben:
Im Interesse der Kinder (und des Familienfriedens) würde ich eine klare Trennung zwischen Tobegarten und Nutzgarten einführen. Eine Tobe- und Spielwiese muß regelmäßig gemäht werden. Viele Blumen in der Wiese sehen zwar toll aus, ziehen aber Bienen an (barfuß laufen!) und werden ohnehin platt getreten. Für das Mähen ist es von Vorteil, wenn der Rasen nicht zu kleinteilig und verwinkelt ist. Wenn es sich ergibt kann man ja eine Insel beim Mähen stehen lassen, in der Blumen zum Blühen kommen - falls die Kinder nicht beim Ballspielen oder ähnlichem solches verhindern. Solch eine Rasen ist zwar kein Biotop, aber die Kinder brauchen auch ihren Platz!
Woraus besteht denn die Hecke, ich kann das auf den Bildern nicht erkennen. Es sieht mir ziehmlich einförmig aus. Da würde ich im Laufe der Zeit nach und nach mehr Vielfalt reinbringen. Immer mal ein kleines Stück roden, und etwas anpflanzen was schön blüht, den Bienen Nahrung bietet, vielleicht interessante Früchte für Euch oder für die Vögel trägt. Das kann ein Prozess sein, der sich über Jahre hinzieht, man bekommt ja auch immer wieder mal eine neue Idee dafür.

Kompost muß sein im Biogarten, ohne geht es meiner Ansicht nach nicht. Ich habe das System Lattenkomposter, und zwar habe ich drei davon nebeneinander stehen. Einer wird befüllt. Im zeitigen Frühjahr siebe ich den letzten (der den fertigen Kompost enthält) durch und bringe ihn auf die Beete. Ein Teil wird zurückbehalten für Pflanzlöcher und ähnliches.
Dann wird der mittlere Komposter in den letzten umgesetzt und der vorderste in den mittleren. Somit ist der vorderste wieder leer und wartet auf all das Grünzeug, Laub und so weiter, was im Jahr so anfällt. Mit diesem System habe ich die besten Erfahrungen gemacht.
Rasenschnitt bringe ich übrigens nicht direkt auf den Kompost, weil der oft zu sehr zusammensackt und eine kompackte nasse Schicht bildet. Das gärt dann mehr als das es kompostiert. Deshalb bringe ich den Rasenschnitt als Mulchschicht unter meiner Strauchwildnis aus. Ab und an, wenn es gut abgetrocknet ist, harke ich das grob zusammen und bringe es dann auf den Kompost.
Zu den Schnellkompostern kann ich nichts sagen, habe ich noch nicht probiert.
Wenn Du tierische Gäste haben willst, mußt Du ein wenig Wildnis zulassen. Zum Beispiel im Herbst das Laub liegenlassen, eventuell ein wenig zu Haufen zusammenharken, z.B. an der Hecke. Dort quartieren sich dann gerne Insekten, aber auch Igel für den Winter ein. Diese Haufen müssen natürlich dann liegenbleiben, bis es im Frühjahr ausreichend warm geworden ist.
Für den Nutzgarten: Du weist natürlich nicht, ob und womit Deine Vorgänger gedüngt oder gespritzt haben. Falls sie es getan haben, dann bestimmt zu viel... Aber daran kannst Du jetzt nichts mehr ändern. Die Zeit bringt hier eine Verbesserung. Du mußt alles machen, was den Boden belebt. Tipps dazu kommen bestimmt noch von anderer Seite.

Pflanze blühende Stauden an, die den Insekten etwas bieten. Im Lavendel feiern die Hummeln wilde Partys, blühender Majoran lockt Bienen und auch Schmetterlinge an. Eine Kornelkirsche blüht so zeitig, dass sich die allerersten Bienen daran freuen, bei mir fallen sie jetzt gerade in die Herbsastern ein, die gerade ihre Blüten öffnen. Übrigens sind gerade die späten Blüher für die (Wild-)Bienen so wichtig, weil das Angebot da wieder zurückgeht.

Viel Spaß! (denn das ist das Wichtigste!)
fiddler

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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von donnawetta » Mi Mai 08, 2013 12:02

Das Thema ist ja nicht mehr taufrisch, aber vielleicht hilft meine Idee ja jemand anderem weiter: Wir haben unseren Garten grob in drei Zonen aufgeteilt: Ziergarten, Nutzgarten (mit Kompostplatz) und "Wildtierecke".

Letzere wurde neben dem Kompostbereich mit einer "Trockenmauer" aus Stammholz, einer Reisighecke und zwei lebenden Hecken optisch vom Rest des Gartens und den Nachbarn getrennt. In dieser Ecke haben wir einen kleinen, fischlosen Teich als Igel- und Insektentränke, Insektenkinderstube, Molch- und Krötenheim angelegt. Alle Wildkräuter (einige sogar eigens dort angepflanzt) dürfen in dieser Gartenecke ungestört wachsen. Durch die Umfriedung sind sie (wie auch der Totholzhaufen, die Igel-, Hummel- und Bienenhäuser) vor den Blicken allzu "ordentlicher" Mitmenschen geschützt. Wir selbst betreten den Bereich nur selten, um z.B. Brennessel oder Beinwell zu schneiden, Haare in die Reisighecke zu stecken (als Nistmaterial) oder den Teich nachzufüllen, wenn es lange sehr heiß ist. Diese "Wildtierecke" ist kein Jahr alt und wurde schon von etlichen Wildbienen, einem Hummelvolk, Asseln, Spinnen, Nashornkäfern, einem Maulwurf und Teichmolchen bezogen. Andere Tiere, allen voran zahlreiche Vögel, besuchen den Bereich zum Trinken und Fressen. Da sich die Wildtierecke direkt neben dem Nutzgarten gefindet, hoffen wir auf reiche Ernte durch gute Bestäubung, gesundes Mulchmaterial und natürliche Schädlingsbekämpfer - und die Nachbarn sind auch glücklich :-)

Im Nutzgartenbereich haben wir einige alte Obst- und Beerensorten gepflanzt, dazu Kartoffeln und Mischkultur mit dicken Bohnen und Kürbisse mit Erbsen und Mais. Alle übrigen Nutzpflanzen wie Tomaten, Zucchini usw. wachsen in selbstgebauten Hochbeeten aus unbehandeltem Holz, was sehr angenehm für den Rücken ist. Was zwischen den Beetkästen an Wildkraut wuchert, darf bleiben, solange es als Trachtpflanze für die Bienen und Hummeln durchgeht. Da kann auch niemand meckern, denn all diese Pflanzen blühen ja wunderschön.

Der Ziergarten ist noch nicht angelegt, soll aber ein reiner Staudengarten werden, von dem ich mir maximale Pflegeleichtigkeit erhoffe. Bei der Auswahl der Pflanzen werde ich natürlich wieder darauf achten, dass sie bienen- und vogelfreundlich sind.

Man kann den Garten durch das Anlegen von Hecken und Mauern sehr gut strukturieren. Es kostet Zeit für die Planung, aber wenn man sich direkt überlegt, wie man hinter (blühenden) Hecken, Gehölzen und Stauden oder naturnahen "Mauern" aus Steinen, Holz oder Reisig die etwas wilderen Bereiche verdecken kann (oder sogar zu sonnige Bereich im Nutzgarten beschatten), kann man mit wenig finanziellem Aufwand viel erreichen.

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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von Carolyn » Mi Mai 08, 2013 13:51

Hallo donnawetta, willkommen im Forum! :grin:

Deine Beschreibung klingt so, dass ich davon sehr, sehr gerne Fotos sehen würde, vor allem von Deiner Wildtierecke. Ich habe unter einem ausladenden Haselnussstrauch (bzw. zwei Haselnusssträuchern sowie einem Flieder und einer Forsythie, die Ostseite ist eine Gebäudewand, Zugang eigentlich nur von Norden aus gut möglich) einen Bereich, den ich kaum pflegen kann und der auch ständig im Schatten liegt. Dafür suche ich schon lange nach einer Gestaltungsidee. Wie habt ihr den Teich angelegt? Teichfolie? Wie verhindert ihr, dass das Wasser "umkippt"?
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)

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Re: Kleingarten soll Biogarten werden - wie anfangen?

Beitrag von donnawetta » Mi Mai 08, 2013 14:51

Hallo Carolyn, siehe PN :-)

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