Südhang mit Lehmboden bepflanzen

Moderatoren: Carolyn, Bio-Gärtner

Antworten
feleona
Rasenmäher
Rasenmäher
Beiträge: 1
Registriert: So Apr 29, 2012 20:11
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63

Südhang mit Lehmboden bepflanzen

Beitrag von feleona » So Apr 29, 2012 20:16

Hallo ich möchte gerne einen Südhang bepflanzen. Am liebsten mit Bodendeckern. Das Problem ist das es 200-250 Quadratmeter sind und den ganzen Tag die Sonne darauf brennt. Der Boden ist sehr fest und lehmig. Gibt es eine Pflanze oder Pflanzen die das vertragen können. Ich würde auch alternativ einen Naturgarten anlegen. Rasen kommt nicht in Frage da der Hang zu steil ist. Kann jemand mit Tips helfen?

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 3017
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Südhang mit Lehmboden bepflanzen

Beitrag von Mia » So Apr 29, 2012 21:48

Hallo Feleona, :smile:

am besten, Du sagst erstmal, WAS da überhaupt schon wächst, dann kann man den zukünftigen Bepflanzplan dem angliedern und ich erfahre dadurch auch etwas über die Bodenbeschaffenheit.
Du könntest Dein "Problem" zum Beispiel in einen wunderschönen Stein- Naturgarten verwandeln!
Ich habe gerade schon mal ein paar Vorschläge ausgearbeitet, aber besser, ich weiß erstmal was da von sich aus wächst.
Deshalb schicke ich dies schnell ab und hoffe auf Deine rasche Antwort, während ich für Dich ein paar getippte Gartenbilder male. :wink:

Lieben Gruß,
Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

Mia
Bio-Genie
Bio-Genie
Beiträge: 3017
Registriert: Fr Jun 04, 2010 22:27
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63
Wohnort: östliches NRW
Geschlecht:

Re: Südhang mit Lehmboden bepflanzen

Beitrag von Mia » Mo Apr 30, 2012 00:26

Hallo Feleona, :smile:

Vorschlag: Stein/ Naturgarten:

Etwas am Bodengrund solltest Du dafür allerdings tun: Warte möglichst nasses Wetter ab und kippe - am besten mit vielen Freunden - noch möglichst viel Sand und Kies und Schotter auf den Hang. Muss ja nicht überall sein, vor allem dort, wo Du gut hinguckst und Du kleine, schöne Beete anlegen willst. Die Nässe wird machen, dass das Zeug bald in den Lehm einsinkt, oder Du wirst es auch beim pflanzen mit einarbeiten. Ansonsten bleibt es oben liegen und folgt dann im Laufe der Zeit der Natur, indem es sich von selbst einen Weg in die Erde bahnt.
Die Freunde können nun auch helfen, vorher gesammelte (oder gekaufte) große Steine vor allem dort zu placieren, wo Du ständig vorbeigehst oder hinguckst. Sie sollen im Erdreich so tief eingraben werden, dass sie nicht runterrutschen. Also, ihre dickste Stelle liegt immer unten, gell? Es soll völlig natürlich aussehen, als seien die Steine von selbst dahin gekommen.

Nun geht's ans Bepflanzen!
Da Du relativ viel Platz hast, kannst Du auch mit eine paar höher werdenden Sträuchern oder Bäumen arbeiten, die dann (wie Ausrufungszeichen in der Landschaft) den Charakter dieses Ortes bestimmen. Das sind dann Leitpflanzen, okay?
Da ich aus der Gestaltung komme, arbeite ich, für mich persönlich, immer mit Pflanzenbildern, die in meinem Kopf Gestalt werden. Die Bepflanzung muss natürlich dem Ort angepasst sein, also kommt hier Wissen und Vorstellungskraft zusammen.

Bild eins:
Eine Leitpflanze könnte Wacholder sein und zwar der stinknormale Juniperus communis, vielleicht drei Exemplare, so ein bisschen rhythmisch auf der Fläche verteilt. Vielleicht zwei oben rechts in relativer Nähe, und einer weiter unten, mehr nach links - oder umgekehrt. Du kannst dann in der nachfolgenden Bepflanzung (blühende Stauden, Polsterstauden) mit anderen Zwergkoniferen weitergestalten. Also, das gibt so ein Bild, was etwas "nadelig" ist. Vorteil: Bleibt auch im Winter grün!

Bild 1, Unterabteilung 1:
Du kannst auch zu den Wacholdern als weitere Ausrufungszeichen winterharten Lorbeer pflanzen. Damit meine ich ausdrücklich nicht den eingewanderten Kirschlorbeer, dessen Früchte für unsere Vögel giftig sind, sondern den echten (Küchen-)Lorbeer (Laurus nobilis) in einer winterharten Züchtung. Die gibt es inzwischen. Er wächst am Naturstandort gerne in Gemeinschaft mit Kiefern. Deshalb sollten ihn hier Zwergkiefern begleiten.

Bild 1, Unterabteilung 2:
Du kannst auch den Wacholder weglassen, und nur auf Lorbeer und zum Beispiel ein bis zwei große Kiefern gehen.
Damit hast Du dann richtig "Landschaft" geschaffen, denn der Lorbeer wird groß, die Kiefern auch!
Ordentlich Sand und Schotter beim Pflanzen einarbeiten!

Bild zwei:
Eine andere Alternative wären Birken als Leitpflanzen. Ihnen würde sich als weitere, großwerdende Leitpflanze der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) in verschiedenen Farben anschließen. Auch eine Eberesche würde hier hinpassen.
Durch die Birken (und die Eberesche) würde sich das Bild dieses Hanges auf Dauer verändern, denn die werfen im Sommer Schatten, und im Winter das Laub ab. Dadurch entsteht Humus. Dadurch können wieder mehr und andere Pflanzen wachsen.
Dieses Bild kommt in etwa der Ruderalflora hier im Ruhrgebiet gleich, wo sich auf abgerissenen Zechengeländen, zwischen lauter Steinen, auf grundlegend lehmigen Boden, in voller Sonne, eine ganz spezielle Flur angesiedelt hat.
Also, das geht, hat aber einen ganz anderen Charakter als Bild eins.

Bild drei:
Es mutet fast subtropisch an, Deine Leitstauden sind nun Palmlilien (Yucca filamentosa).
Hier ein Foto: http://www.haufler-garten.de/Pflanzen-L ... ntosa.html
Hier Umgangstipps:
http://www.bio-gaertner.de/pflanzen/Yucca/Sorten
http://www.gartengemeinschaft.de/garten ... entosa.htm
Das kann man machen mit der Yucca, und das hat was!


Es folgen weitere Gehölze zu den Bildern.
Bild 1 in allen Unterabteilungen:
Wacholder und Zwergkoniferen/Lorbeer und Kiefer:

Hier können weitere Sträucher hin, wie Feuerdorn, Ginster, der feinere Elfenbeinginster und Wildrosen. Auch Cotoneaster und Berberitze kann man einfügen, wenn man die mag. Ich mag sie nicht. Schöner als letztere sind für mich Wildrosen. Nicht unbedingt die Rosa rugosa, die gemeine Heckenrose, Rosa canina, ist mir lieber. Sie sollte zu Wachholder, Lorbeer und Kiefern gedeihen können. Es gibt mit Sicherheit auch andere, vor allem Bodendeckerrosen, die Trockenheit und Hitze im Lehmboden ertragen. Danach solltest Du googeln.
Andere Wildrosen guck zum Beispiel hier: http://www.garden-shopping.de/shop/artikel_2290.html
Und hier:
http://www.garden-shopping.de/shop/artikel_204628.html

Bild zwei:
Birken, Eberesche und Schmetterlingsflieder:
Hier haben wir durch den Schmetterlingsflieder schon genügend Gesträuch, aber Ginster, Elfenbeinginster und Wildrosen mögen sich auch hier einfügen.

Bild drei:
Yuccapalmen
Keine weiteren Sträucher, die Yuccas stehen für sich. Eventuell Bodendeckerrosen. Alles andere Gewächs sollte niedriger als die Yuccapalmen sein. SIE sind hier Leitpflanzen, und sie bestimmen das Bild.

*******
So, jetzt hast Du schon mal zukünftig höherwachsende Sträucher stehen, willst dazwischen aber nie jäten. Also müssen die unterpflanzt werden...

Und hier mache ich Pause, bevor ich mich noch weiter bemühe, bis ich etwas von Dir höre. :wink:

Einen lieben Gruß,
Mia
Ich möchte so ein guter Mensch werden, wie meine Hunde von mir glauben, dass ich es bin.

fiddler
Gartenprofessor
Gartenprofessor
Beiträge: 215
Registriert: Mi Feb 16, 2011 00:25
Antispam-Sicherheitsabfrage: 63

Re: Südhang mit Lehmboden bepflanzen

Beitrag von fiddler » Mi Mai 02, 2012 22:05

Nur als Kommentar von mir: Deine Beschreibungen sind Klasse, Mia, ich kann mir das wirklich bildlich vorstellen! Bild 2 gefällt mir besonders gut! Das hat etwas sommerlich Leichtes, Heiteres. Birken machen einen ganz besonderen Schatten, finde ich!

Man müßte von Feleona noch hören, ob die Fläche für irgendetwas genutzt werden soll oder "nur" zum Ansehen da ist.

fiddler

Antworten